Gotthard und Brenner: Im Basistunnel flach durch den Berg

Ein Bauwerk der Superlative: Zwei Tunnel, beide 57 Kilometer lang, durchqueren den Alpen-Hauptkamm und das Gotthard-Massiv bis zu 2.300 Meter tief unter den Berggipfeln – das ist nicht nur der längste, sondern auch der tiefste Eisenbahntunnel der Welt. Nach den Eröffnungsfeiern beginnt der Testbetrieb der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Ab Fahrplanwechsel im Dezember ist der reguläre Betrieb geplant. Rekordverdächtig ist auch der Brenner-Basistunnel, doch mit „nur“ 55 Kilometern wird er knapp kürzer sein als das Gotthard-Bauwerk.

Bildnachweis: Deutsche Bahn AG

Internationale Vernetzung der Basistunnel durch Zulaufstrecken

Der Bau der beiden Alpen-Basistunnel Gotthard und Brenner wird der europäischen Schieneninfrastruktur erhebliche Impulse bringen – jedenfalls dann, wenn die Zulaufstrecken im Norden und Süden für den erwarteten Mehrverkehr ausgebaut sind. Im Norden betrifft das überwiegend das deutsche Bahn-Netz, insbesondere die Rheintalstrecke Basel – Karlsruhe und die Strecken in Südbayern, mit Wirkungen deutschlandweit bis zu den Seehäfen.

Bildnachweis: Deutsche Bahn AG

Digitales Bauen: Tunnel-Einblicke in fünf Dimensionen

Bauen ohne ärgerliche Zeitverzögerungen und extreme Kostensteigerungen – das will das Bundesverkehrsministerium bei großen Infrastrukturprojekten zur Regel machen. Mit digitalen Arbeitsmethoden soll Planen und Bauen deutlich effizienter werden. Alle Schritte von der Projektplanung über die Genehmigung, Ausführung und Inbetriebnahme bis zum Betrieb des Bauwerks werden mithilfe eines Datenpools für alle am Bau Beteiligten transparent und nachvollziehbar gemacht. Eines der ersten Pilotprojekte für das „Building Information Modeling“ (BIM) im Infrastrukturbereich ist der Rohbau des Tunnels Rastatt im Zuge der Neu- und Ausbaustrecke Karlsruhe – Basel.

Bildnachweis: Wehrhahnlinie © Stadt Düsseldorf, Ingo Lammert

Verkehrswegefinanzierung im Politik-Stress

Das Ringen von Bund und Ländern um eine auskömmliche Verkehrsinfrastrukturfinanzierung kommt nicht von der Stelle. Das ergebnislose Gipfeltreffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Neuordnung der Bund-Länder-Finanzen ließ die Zukunft der Entflechtungsmittel, die Fortführung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) und die Verteilung der Regionalisierungsmittel weiter offen.

Infrastruktur aktuellBildnachweis: Städtebau © T. Kraus/HafenCity Hamburg GmbH

Aus dem Stau auf die Radler-Autobahn

Stadtplaner und Verkehrsexperten in Politik, Unternehmen und Behörden reagieren auf den gesellschaftlichen Wandel. Die demografischen Realitäten, die Landflucht von Jung und Alt in einigen Regionen, ein wachsendes Umweltbewusstsein in Verbindung mit einem Wertewandel weg vom Auto als Statussymbol erfordern neue Zukunftskonzepte. Der Deutsche Mobilitätskongress in Frankfurt und die Düsseldorfer Stadtentwicklungsmesse „Polis Urban Development“ verdeutlichten Mitte April die neuen Trends.

Bildnachweis: RMV S-Bahn ET 430 Hbf. Frankfurt © RMV/Jana Kay

RMV: Zurück zum Kilometer-Preis

Viele ÖPNV-Kunden kennen die Situation: Sobald sie aus der Flächenzone ihres Tarifes in eine weitere Zone fahren, wird das Ticket insbesondere bei kürzeren Strecken durch einen Tarifsprung teurer. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) versucht das für sein Verbundgebiet nun zu ändern. Ein neuer innovativer Relationstarif führt zurück zu lange vergessenen Tarifstrukturen – zum Fahrpreis für die tatsächlich gefahrene Strecke. „RMVsmart“ ist seit April in der Testphase.

Bildnachweis: BVWP © Deutsche Bahn Mediathek

BVWP 2030: Viele Pläne, wenig Geld

Der im März von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vorgelegte Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans mit dem Zielhorizont 2030 (BVWP 2030) steht vor der nächsten Diskussionsrunde: Am 2. Mai endet die sechswöchige Frist der Bürgerbeteiligung. Bereits im Vorfeld ist klar, dass beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur wieder viele Wünsche offenbleiben. Dobrindts Entwurf macht deutlich, dass weiter eine erhebliche Unterfinanzierung von Straßen, Schienen und Wasserstraßen droht.