Runder Tisch zur Infrastruktur

Runder Tisch zur Infrastruktur

Bei den Verkehrswegen in Nordrhein-Westfalen gibt es einen enormen Sanierungsbedarf. Fachleute aus Verkehrsunternehmen und Institutionen diskutierten bei einem Runden Tisch zur Infrastruktur darüber, wie die Situation verbessert werden kann.

In den Räumen der Rheinischen Post tauschten sich Ulrike Seidenfaden (Verkehrspolitik Deutschland, Verbände und Länderpolitik bei der Deutschen Bahn AG), Georg Schumacher (Leiter Unternehmenskommunikation der Rheinbahn AG), Kai Mornhinweg (Geschäftsführer Wirtschafts- und Umweltpolitik unternehmer nrw), Tobias Siewert (Leiter Politik – Presse – Kommunikation Bauindustrieverband NRW e. V.) und Joachim Brendel (Federführer Verkehr der IHK NRW) über die Probleme in Nordrhein-Westfalen aus. Dabei herrschte Einigkeit, dass es längst Fünf vor, wenn nicht sogar Fünf nach Zwölf ist. Denn die Verkehrswege in Nordrhein-Westfalen sind wie auch in den anderen Bundesländern und Stadtstaaten seit Jahren unterfinanziert. Hierdurch hat sich ein gewaltiger Sanierungsbedarf aufgestaut.

Tropfen auf den heißen Stein
Hier sehen die Fachleute insbesondere die Bundespolitik in der Pflicht: Zwar wolle Finanzminister Wolfgang Schäuble in der aktuellen Legislaturperiode fünf Milliarden Euro als zusätzliche Mittel für die Verkehrsinfrastruktur bereitstellen, angesichts der gewaltigen Defizite sei das aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Zumal die Daehre-Kommission schon 2012 ermittelt hat, dass für den Erhalt der deutschen Verkehrswege in den nächsten 15 Jahren jährlich 7,2 Milliarden Euro fehlen. Der Bürger aber müsse sich darauf verlassen können, dass die Verkehrsinfrastruktur funktioniert, schließlich zahle er Steuern dafür. Die Diskussionsteilnehmer wollen den Handlungsdruck für die Politik hochhalten und setzen sich dafür ein, dass es auch die Menschen im Land tun. Denn Infrastruktur sieht, riecht und schmeckt man nicht – brauchen aber tut sie jeder von uns.

Offen und transparent kommunizieren
Indem die Akteure ein Bewusstsein für die Bedeutung von Infrastruktur vermitteln, wollen sie auch die Akzeptanz für Sanierungen und Neubauprojekte bei den Bürgern erhöhen. Schließlich will jeder mit dem Auto oder der U-Bahn fahren, Baustellen aber hat niemand gern, zumal vor der eigenen Haustür. Der Runde Tisch appellierte daher auch an die Politik, die Vorteile von Infrastrukturprojekten offen und transparent zu kommunizieren. Ein solches Vorgehen helfe, die Menschen mitzunehmen und Bedenken zu zerstreuen.

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