Runder Tisch der Infrastrukturfinanzierung

„Instandhaltung war für die Politik nie so relevant wie Neubau“

Runder Tisch der Infrastrukturfinanzierung

Klare Ansagen beim „Runden Tisch der Infrastrukturfinanzierung“ Ende November in Berlin: Auf die Frage, warum es in Deutschland einen Sanierungsstau gibt, der in den kommenden Jahren jährliche Zusatzinvestitionen von über sieben Milliarden nötig macht, zeigte sich NRW-Verkehrsminister Michael Groschek selbstkritisch: „Instandhaltung war für die Politik nie so relevant wie Neubau. Es ging eher um öffentlichkeitswirksame Trophäen als um nachhaltige Reparaturen. Das hat sich inzwischen geändert.“

Auch Jürgen Fenske, Chef der Kölner Verkehrsbetriebe und Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, äußerte sich nachdenklich. „Die Zeit der Wunschzettel ist vorbei“, erklärte er: „Wir müssen uns auch als Branche kritisch hinterfragen: Sind alle Projekte, deren Planung und Umsetzung aktuell diskutiert werden, aus verkehrlicher Sicht auch wirklich sinnvoll? Politik und Unternehmen vor Ort müssen sich da ein Stück weit ehrlicher machen und entscheiden, welches Verkehrsangebot angesichts knapper werdender Mittel das bestmögliche ist.“


Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft diskutierten zwei Stunden lang auf Einladung der Tageszeitung DIE WELT in der historischen Axel-Springer-Wohnung über die Weichenstellungen der Koalition der künftigen Bundesregierung in Sachen Infrastrukturfinanzierung. 

(Fotos: Philip Nürnberger)

 
 

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