NRW-Schienenwege am Limit

NRW-Schienenwege am Limit

Der Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen steht vor großen Herausforderungen: Den Stadt-, Straßen- und U-Bahnen fehlen in den kommenden Jahren 1,1 Milliarden Euro für dringende Sanierungsmaßnahmen. Viele Linien des Öffentlichen Personennahverkehrs in Großstädten fahren bereits an der Belastungs- und Kapazitätsgrenze. Angesichts dieser Situation setzen das NRW-Verkehrsministerium, die Initiative „Damit Deutschland vorne bleibt“ und die Nahverkehrsunternehmen ein gemeinsames Zeichen: Sie wollen die Probleme in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit rücken und schickten als sichtbares Signal jetzt zehn Loks auf die Schiene, die von der DB Regio NRW im Design der Initiative beklebt wurden.

Im Rahmen einer Pressefahrt von Hamm über Duisburg nach Köln am Montag (31. März) mit einer der gebrandeten Loks informierten die Akteure über ihr Engagement für eine zukunftsfähige Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen und machten deutlich, dass dringend in die Modernisierung der Schieneninfrastruktur investiert werden muss. Denn die intensive Nutzung der Verkehrswege im bevölkerungsreichsten Bundesland und eine jahrelange Unterfinanzierung haben ihre Spuren hinterlassen: Die Schieneninfrastruktur auf der zentralen Achse von Westfalen über die Ruhrgebietsstädte ins Rheinland ist unzureichend und das vorhandene Angebot vielfach überlastet. Zudem gibt es bei den U- und Stadtbahnen in den NRW-Großstädten erheblichen Sanierungsbedarf. Hier müssen bauliche Anlagen erneuert und insbesondere die Leit- und Sicherungstechnik auf den neuesten Stand gebracht werden.

Bewusstsein für den Sanierungsbedarf schaffen
Handlungsbedarf gibt es also reichlich – getan aber wird nach wie vor zu wenig. Wie schwierig der Erhalt und Ausbau der Infrastruktur angesichts unzureichender Mittel ist, zeigt sich im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) besonders deutlich: Die Fahrgastzahlen in den NRW-Großstädten steigen seit Jahren deutlich an ebenso wie die Anforderungen an die baulichen Anlagen. So sieht etwa das novellierte Personenbeförderungsgesetz vor, dass der ÖPNV bis zum Jahr 2022 komplett barrierefrei sein soll. Mehr Mittel gibt es indes derzeit vom Bund nicht, im Gegenteil: Die gesetzlichen Regelungen zur Gemeindeverkehrsfinanzierung laufen 2019 aus, eine Nachfolgeregelung ist bislang nicht in Sicht. Den kommunalen Verkehrsunternehmen fehlt damit eine verlässliche Planungs- und Finanzierungsgrundlage.

Länderkonferenz in Düsseldorf am 10. April
Angesichts der vorhandenen Defizite suchen die Beteiligten nach konstruktiven Lösungen. Bei der Länderkonferenz Nordrhein-Westfalen am 10. April in Düsseldorf diskutieren NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, die Initiative und ihre Partner sowie weitere Vertreter aus Politik und Institutionen gemeinsam mit der Bevölkerung darüber, welche Ideen es für eine bessere Infrastruktur im Land gibt.

Mehr zum Thema

Impressionen