Bürger sagen Ihre Meinung

Bürger sagen Ihre Meinung

Die Initiative „Damit Deutschland vorne bleibt“ hat 2014 den Dialog mit den Bürgern gesucht. Mit Erfolg: Mehr als 550 gute Ideen für eine bessere Infrastruktur gingen aus der Bevölkerung ein. Sie zeigen, wie wichtig den Menschen gute Verkehrswege sind.

Sechs Länderkonferenzen hat die Initiative „Damit Deutschland vorne bleibt“ 2014 veranstaltet. Im Vorfeld jeder Veranstaltungen wurden die Bürgerinnen und Bürger über Medienkooperationen zum Mitmachen aufgerufen. Sie wurden gebeten, ihre ganz persönlichen Eindrücke und ihre Lösungsvorschläge zu Problemen in der Verkehrsinfrastruktur darzulegen. Viele Menschen nutzten die Chance und gaben so der Debatte über die Unterfinanzierung der Verkehrswege neue Impulse.

Verbesserungen im Nahverkehr
Insbesondere im Bereich ÖPNV und Schiene gingen zahlreiche Anregungen ein, häufig mit ganz konkreten Vorhaben – gerade in den Ballungsräumen. So kam aus Frankfurt der Wunsch nach einem S-Bahn-Ring nach Berliner Vorbild mit einer Entlastung der Stammstrecke durch die City, in München wurde eine Stärkung der S-Bahn-Stammstrecke gefordert und in Bremen die fehlende Anbindung des Stadtteils Findorff an das Straßenbahnnetz beklagt. Daneben stand immer wieder die Frage im Fokus, wie der Individualverkehr im innerstädtischen Bereich verringert werden kann. Ein Bürger aus Hamburg etwa lobte das Verkehrskonzept der Stadt Zürich, die dank hervorragender öffentliche Verkehrsmittel und einer Verteuerung des Parkraums im Innenstadtbereich nahezu autofrei sei. Auch viele andere Ideengeber regten eine Reduzierung des Pkw-Verkehrs in den Zentren an, so etwa eine Bürgerin aus Nordrhein-Westfalen, die sich für eine Vergünstigung des Nahverkehrs, die Einführung einer Citymaut und eine straffere Organisation des Güterverkehrs aussprach. Dass außerhalb der Großstädte ebenfalls ein großes Bedürfnis nach einem leistungsfähigen Nahverkehr besteht, machte eine Bürgerin aus Bayern deutlich. Die Mutter eines zehnjährigen Sohnes schrieb: „Gleichwertige Lebensbedingungen für Schüler, Auszubildende, Arbeitnehmer, Senioren und Familien setzen auch außerhalb der Ballungsräume ein leistungsfähiges, modernes und kostengünstiges Fahrplanangebot auf Schiene und Straße voraus.“

Entlastung für die Straßen
Bei den Straßen wünschen sich die Bürger vor allem einen Ausbau stark belasteter Straßen. Einem Bürger aus Baden-Württemberg zufolge „eine Zumutung“ ist der Albaufstieg auf der A 8, der in beide Richtungen stark belastet und bislang nur zweispurig ausgebaut ist. Es gab Vorschläge, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen, um so die Fernverkehrsstraßen zu entlasten. Vorgeschlagen wurde beispielsweise die Reaktivierung des „Eisernen Rheins“, einer Bahnverbindung zwischen den Häfen von Duisburg und Antwerpen. Einen eher ungewöhnlichen Vorschlag machte ein Bürger aus Hessen angesichts des stark zunehmenden Fernbusverkehrs: Er will zwischen den Leitplanken auf dem Mittelstreifen eigene Trassen für die Fernbusse einrichten.

„Ich freue mich, das so viele Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen für eine zukunftsfähige Infrastruktur eingereicht haben“, sagt Oliver Wolff, Geschäftsführer der INFRA Dialog Deutschland, über die rege Beteiligung. „Das zeigt, wie wichtig den Menschen eine gute Verkehrsinfrastruktur ist. Es macht allerdings auch deutlich, dass es noch viel zu tun gibt.“ Die Initiative „Damit Deutschland vorne bleibt“ setzt ihr Engagement für eine bessere Infrastruktur daher im kommenden Jahr fort – und hofft auch dann auf viele spannende Vorschläge aus der Bevölkerung.

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