Potenziale voll ausschöpfen

Potenziale voll ausschöpfen

Der Linienbus leistet bereits heute einen enormen Beitrag in Sachen Klimaschutz. Dabei ist das Einsparpotenzial im Bereich der Emissionen längst noch nicht ausgeschöpft. So sind neben den technisch ausgereiften und mit EURO VI-Norm äußerst abgasarmen Dieselbussen beim Linienbus bereits zahlreiche weitere Innovationen von Leichtbau über Getriebeauslegungen bis hin zu neuen Antriebsarten im täglichen Betrieb. Viele Verkehrsunternehmen setzen zudem auf batteriebetriebene Elektrobusse.

Hybrid-, Gas-, Wasserstoff- oder Oberleitungs-Busse sind seit vielen Jahren im Nahverkehr unterwegs. Immer mehr Verkehrsunternehmen setzen auch auf batteriebetriebene Elektrobusse. So testen zum Beispiel die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) seit Anfang 2016 auf einer Linie den Einsatz von acht Elektrobussen. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 wird die Linie dann komplett vom Diesel- auf den Elektrobus umgestellt. Dadurch werden laut KVB jährlich etwa 520 Tonnen CO2 eingespart. Ein weiteres Beispiel: Die Hamburger Hochbahn AG testet seit August 2016 drei emissionsfreie Elektrobusse im Linienbetrieb. Ab 2020 sollen in der Hansestadt nur noch emissionsfreie Busse angeschafft werden. Und auch das größte städtische ÖPNV-Unternehmen Deutschlands, die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG), setzt in Zukunft auf emissionsfreie Linienbusse im ÖPNV. In einer gemeinsamen Absichtserklärung verabredeten die Städte Hamburg und Berlin, ab sofort jährlich gemeinsam bis zu 200 solcher Busse zu beschaffen. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch, den notwendigen Druck auf die Bushersteller zu erhöhen, um möglichst zeitnah serienreife und wirtschaftliche Elektrobusse einsetzen zu können.

Große Herausforderungen
Die stetige Modernisierung der Fahrzeugflotte und vor allem die Umstellung auf alternative Antriebe, wie sie auch von den Aktionsprogrammen der Regierung vorgegeben wird, sind sehr kostenintensiv und stellen die Verkehrsunternehmen vor vielfältige Herausforderungen. So kostet zum Beispiel ein Elektrobus mit rund 700.000 Euro rund doppelt so viel wie ein konventioneller Dieselbus. Hinzu kommen die Einrichtung der Ladeinfrastruktur sowie Kosten für die Umrüstung von Betriebshöfen etc. Allein können die Verkehrsunternehmen diesen Aufwand nicht stemmen. Die Bundesregierung und einige Länder fördern deshalb bereits seit 2013 E-Bus-Projekte in ganz Deutschland. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) setzt sich für eine Fortführung der Förderung von Elektrobussen ein und hat konkrete Vorschläge für eine Ausgestaltung dieser Förderung erarbeitet.

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