Der Bus bewegt besser – Kampagnenstart am Deutschland-Tag des Nahverkehrs

Der Bus bewegt besser – Kampagnenstart am Deutschland-Tag des Nahverkehrs

Der Linienbus verbindet gleich eine Reihe von Vorzügen: Er ist flexibel einsetzbar, sichert die Mobilität in der Stadt sowie auf dem Land. Bundesweit befördern über 36.000 ÖPNV-Busse jährlich mehr als vier Milliarden Fährgäste. Damit nicht genug, ist der Bus ein wirksames und unverzichtbares Instrument zum Klimaschutz. Bereits heute leistet er einen wichtigen Beitrag, die Treibhausgasemissionen zu senken und die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. Und dabei werden die Einsparpotenziale bei den Emissionen noch längst nicht voll ausgeschöpft, denkt man zum Beispiel an die Möglichkeiten innovativer Antriebstechnologien. Leider wird das in der Öffentlichkeit und in der Politik häufig nur bedingt wahrgenommen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Infrastrukturinitiative „Damit Deutschland vorne bleibt“ haben daher die Kampagne „Der Bus bewegt besser“ ins Leben gerufen. Der Startschuss fiel am 16. September mit dem 4. Deutschland-Tag des Nahverkehrs. 

Bundesweit rückten mehr als 40 Verkehrsunternehmen den Bus am Deutschland-Tag des Nahverkehrs Mitte September in den Fokus. Im Rahmen von 10-Kilometer-Fahrten mit modernen, emissionsarmen Linienbussen konnten sich Journalisten und geladene Fahrgäste vor Ort von den Vorzügen der Busse überzeugen. Im Anschluss erhielten sie einen „CO2-Sparsack“, der symbolisch die Menge des gegenüber dem Pkw eingesparten Treibhausgases darstellt. Diese Ergebnisse, also das insgesamt bei den Fahrten eingesparte CO2, werden voraussichtlich im November Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks in Berlin übergeben, verbunden mit der Bitte, sich noch stärker für die Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs und vor allem für die Förderung der Entwicklung innovativer Antriebstechnologien einzusetzen.

„Die eingesparten Mengen sind ein symbolisches Ergebnis, mit dem wir verdeutlichen wollen, dass moderne ÖPNV-Busse täglich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz im Verkehr leisten. Ministerin Hendricks und das Bundesumweltministerium engagieren sich seit Jahren dafür, dass der Nahverkehr in Deutschland umweltfreundlicher wird. Deshalb werden wir ihr das Einsparergebnis unserer Fahrten überreichen, verbunden mit der Botschaft, dass wir uns als Branche auch künftig für einen modernen, umweltfreundlichen Nahverkehr engagieren und dafür weiterhin auf die Unterstützung der Politik angewiesen sind“, erklärte VDV-Vizepräsident Ingo Wortmann.

Aktiver Klimaschützer
Dass gerade der Linienbus bereits heute einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet, belegen Berechnungen des Umweltbundesamtes. Während ein Pkw mit einer zugrunde gelegten Auslastung von 1,5 Personen 142 Gramm an Treibhausgasen pro Personenkilometer ausstößt, fallen beim Linienbus mit einer Auslastung von 21 Prozent lediglich 76 Gramm an. „Diese Zahlen und auch das Ergebnis unserer Aktion sprechen für sich“, betonte Wortmann. „Der Linienbus ist nicht nur das meist genutzte Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr und damit das Rückgrat der Mobilität, sondern auch ein wirksames Instrument des Klimaschutzes. Leider wird das häufig nur bedingt wahrgenommen. Die Verkehrsunternehmen investieren bereits viel in die Modernisierung ihrer Fahrzeugflotten und verstärken auch auf diesem Wege die Anstrengungen im Klimaschutz. Sie dürfen in ihrem Engagement aber nicht allein gelassen werden. Hier sind Bund und Länder gefordert.“

Innovative Technologien fördern
Nach dem Auftakt wird die Kampagne „Der Bus bewegt besser“ mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen bis ins kommende Jahr weiter fortgesetzt. Ziel ist es zum einen, mehr Menschen dazu zu bewegen, auf den Nahverkehr umzusteigen und zum anderen, die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien voranzutreiben. Denn: Die Einsparpotenziale in Sachen Schadstoffausstoß sind auch beim Linienbus noch nicht ausgeschöpft. Neben den mit EURO VI-Norm äußerst abgasarmen Dieselbussen bieten innovative Antriebsarten die Chance, die Klimabilanz zu optimieren. Allen voran der Elektrobus, der momentan bereits in 30 Verkehrsunternehmen bundesweit getestet wird. „Dieser noch relativ neuen Antriebstechnologie gehört die Zukunft. Wenn es gelingt, die Elektrobusse zuverlässiger und wirtschaftlicher zu betreiben als das momentan der Fall ist. Wir befinden uns hier noch in der Erprobungsphase, was vor allem daran liegt, dass die Industrie noch keine serienreifen Produkte auf den Markt gebracht hat. Die Branche braucht technisch und wirtschaftlich ausgereifte und betriebliche zuverlässige Elektrobusse und eine entsprechende Ladeinfrastruktur. Dabei kann uns die Politik mit weiteren Förderprogrammen und klaren Anforderungen in Richtung Hersteller unterstützen“, so Oliver Wolff, VDV-Hauptgeschäftsführer.

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