Offener Brief der Brandenburger Verkehrsunternehmen

Offener Brief der Brandenburger Verkehrsunternehmen

Mit einer eigenen Aktion vor dem Potsdamer Landtag haben die Brandenburger ÖPNV-Unternehmen am Deutschland-Tag des Nahverkehrs auf die massive Unterfinanzierung des Nahverkehrs in ihrem Bundesland aufmerksam gemacht. Im Rahmen einer Bus-Demo mit 20 Bussen aus ganz Brandenburg fand die Übergabe eines offenen Briefes statt, der die zentralen Forderungen der Verkehrsunternehmen enthält.

Die Brandenburger ÖPNV-Unternehmen haben heute den „Deutschlandtag des Nahverkehrs“ für eine eigene Aktion in Sichtweite des Potsdamer Landtags genutzt. 20 Busse aus dem ganzen Land Brandenburg waren nach Potsdam gekommen. Stellvertretend für die Abgeordneten des Landtags wurde dem Vorsitzenden des Landtagsausschusses für Infrastruktur, Herrn René Kretzschmar dabei ein offener Brief mit den zentralen Forderungen der ÖPNV-Unternehmen überreicht.

Der VDV-Ost hat gerade in einer neuen Erhebung wieder nachgewiesen, dass der ÖPNV in Brandenburg in erheblichem Maße unterfinanziert ist. Der ÖPNV verzeichnet, so Werner Jumpertz, stellvertretender Vorsitzender des VDV-Ost, wegen nicht ausreichender Unterstützung durch Bund und Land eine wachsende Investitionslücke in Höhe von rund zur Zeit 49 Mio. Euro p.a.. Dies zeige sich u.a. auch in den immer älter werdenden Fahrzeugflotten. Die kommende Aufgabe, Barrierefreiheit im ÖPNV zu erreichen, sei bei diesen Berechnungen noch nicht einmal enthalten, so Jumpertz weiter.

Wegen der bevorstehenden Landtagswahlen hält sich die Hoffnung der ÖPNV-Branche in Grenzen. „In einer Umfrage bei allen im Landtag aktuell vertretenen Parteien haben wir deren Pläne für die Mobilitäts-/Verkehrspolitik der kommenden 5 Jahre erfragt“, so Werner Faber, Geschäftsführer des VDV-Ost. „Gerade bei den bisherigen Koalitionsparteien zeichnen sich kaum zählbare positive Tendenzen für unsere Branche ab“.
René Kretzschmar, Vorsitzender des Landtagsausschusses für Infrastruktur, machte deutlich, dass für ihn die Unterfinanzierung des ÖPNV nicht zu bestreiten sei und dass er sich mehr Unterstützung von Seiten des Landes vorstellen könne. Man dürfe aber nicht denjenigen vertrauen, die alles versprächen solange sie nicht selbst in der Verantwortung seien.

Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des VDV und Geschäftsführer der Initiative „Damit Deutschland vorne bleibt“ erklärte, bundesweit sei eine „Phase der Entscheidungen“ angebrochen in der sehr schnell zeigen müsse, ob die Politik den Standortfaktor Infrastruktur für die nächsten Jahrzehnte wieder fit machen wolle oder weiterhin alles auf die lange Bank zu schieben gedenke.

Der offene Brief der Brandenburger ÖPNV-Unternehmen an den Landtag Brandenburg ist dieser Pressemitteilung beigefügt.

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