Polit-Prominenz zur VDV-Jahrestagung | Bildnachweis: © üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG

Polit-Prominenz zur VDV-Jahrestagung

Verkehrspolitische Prominenz aus der ersten Reihe erwartet der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) auf seiner Jahrestagung vom 7. bis 9. Juni in Hannover. Angesagt haben sich neben zahlreichen Fachleuten für „Verkehrspolitische Reden“ zwei Verkehrsminister, ein Verkehrsstaatssekretär und als Keynote-Sprecher ein bekannter Bundesabgeordneter.

Mit dem „Forum Verkehrspolitik“ wird der politische Teil der Jahrestagung im Hannover Congress Centrum eröffnet. Der prominenteste Redner wird Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sein, der allerdings erst am Nachmittag antritt. Am Morgen wird zunächst VDV-Präsident Jürgen Fenske die Situation der Branche beschreiben. Ihm folgen der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, mit der Bundesperspektive der Verkehrspolitik und der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Olaf Lies, mit der Sicht der Länder. Beschlossen wird der politische Vormittag mit einer Keynote von Wolfgang Bosbach, MdB, Deutscher Bundestag, CDU/CSU-Fraktion, bekannt für seine eigenen und oft pointiert präsentierten Meinungen.

Um die politischen Vorträge rankt sich wieder in Foren und Gesprächsrunden der auf der Jahrestagung übliche Meinungs- und Informationsaustausch der Experten. Vorgestellt werden auch verschiedene innovative Konzepte für den Nahverkehr der Zukunft: Der Außenbereich vor dem Hannover Congress Centrum (HCC) wird dabei zur Teststrecke. Besucher können den autonom fahrenden Minibus WEpod aus den Niederlanden ausprobieren und Eindrücke vom Future Bus des Herstellers Mercedes-Benz, Elektrobussen der Hannoverschen Nahverkehrsgesellschaft ÜSTRA und einem WLAN-Bus der Deutschen Bahn sammeln.

Autonome Testfahrt vor dem Congress Centrum
Seit dem vergangenen Jahr sind zwei der autonom fahrenden WEpod-Busse des französischen Herstellers Easymile im Rahmen eines Pilotprojektes der niederländischen Provinz Gelderland regulär auf öffentlichen Straßen unterwegs. Der Bus bietet Platz für sechs Fahrgäste und nutzt ein komplexes Zusammenspiel aus Sensoren, Kameras, Radar, Laser und Regelgeräten, um die Veränderungen im Umfeld und die Verkehrssituation zu beobachten und so schnell und zuverlässig darauf zu reagieren. Das Thema „Autonomes Fahren“ beschäftigt auch die Bushersteller. Als „Meilenstein auf dem Weg zum autonom fahrenden Stadtbus“ beschreibt zum Beispiel Mercedes-Benz den Future Bus mit City-Pilot, der im vergangenen Jahr erstmals im Realbetrieb in Amsterdam sowie auf der IAA vorgestellt worden ist. Zehn Kameras scannen Fahrbahn und Umgebung, gleichzeitig tasten Fern- und Nahbereichssysteme die vorausliegende Strecke ab. Ein GPS-System kommt ebenfalls zum Einsatz. Zusammengenommen ergeben die Daten ein genaues Bild und ermöglichen die Positionierung des Busses. Auch Hindernisse und Fußgänger auf der Fahrbahn werden vom System ausgemacht.

Die Zukunft des Busses nimmt auch die ÜSTRA in den Blick. Unter dem Motto „Unsere Vision: Null Emission“ startete sie im April 2016 den Testbetrieb mit drei Elektrobussen des Herstellers Solaris. Die Fahrzeuge vom Typ Urbino 12 sind auf den Linien 100 und 200 unterwegs, die als repräsentative Ringlinien durch Hannovers Innenstadt führen. Eine Besonderheit: Während der Testphase für einen möglichen Linieneinsatz werden die Busse mit CO2-freiem Strom aus dem Fahrleitungsnetz der Stadtbahn versorgt.

Die Deutsche Bahn präsentiert einen Bus, der zuvor im Stadtverkehr von Mainz im Einsatz war. Er wurde zu einem fahrenden Labor umgerüstet, in dem verschiedene WLAN-Technologien verbaut sind. Der Bus dient damit DB Regio als rollendes Testlabor, um die WLAN-Technologie in realistischen Szenarien von beispielsweise schwankender Mobilfunkabdeckung besser testen und gegebenenfalls optimieren zu können. Zugleich ist der Bus Marktforschungsbasis und Testumgebung für das WLAN-Portal. Deutschlandweit unterwegs bei Aufgabenträgern, Bestellern und Regionen, bietet der Bus die Möglichkeit, den Einsatz von WLAN und WLAN-nahen Systemen wie automatische Fahrgastzählung, Videoüberwachung, qualifizierter Hilferuf für Fahrgäste und Zugpersonal sowie Anzeige der Besetzung des Zuges zur Lenkung der Reisenden unmittelbar zu testen.

Auszeichnung für Flüchtlingsintegration
Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle hatte VDV-Präsident Jürgen Fenske die Mitgliedsunternehmen aufgerufen, Hilfestellung bei der gesellschaftlichen und beruflichen Integration geflüchteter Menschen zu leisten. Über 700 Stellen für Geflüchtete wurden in den Verkehrsunternehmen bis Ende 2016 geschaffen. Auf der Jahrestagung sollen nun stellvertretend für viele engagierte Beschäftigte und ihre Unternehmen einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz geehrt werden, mit der Auszeichnung als „ÖPNV-Talente des Jahres“.

Bildnachweis: © üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG

Mehr zum Thema