Bildnachweis Keyvisual: © MAN Nutzfahrzeuge, Bildnachweis Newsletter: © Energiepark Mainz, Autor Erich Malter

Neue Bundesförderung für Wasserstoff-Antriebe

Batteriebus oder Brennstoffzellenbus mit Strom aus Wasserstoff? Oder beides? Eine der zentralen Fragen der Elektromobilität für Linienbusse ist noch unbeantwortet. Das Bundesverkehrsministerium hat jetzt einen 250 Millionen Euro schweren Fördertopf für Forschungs- und Entwicklungsprojekte für Brennstoffzellenfahrzeuge im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für den Zeitraum 2017 bis 2019 bereitgestellt.

Mit einem zweiten „Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP 2)“ will das Ministerium erklärtermaßen „den Markt ankurbeln“. Ziel ist die Entwicklung marktfähiger, technisch ausgereifter Produkte für Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb im ÖPNV und zugleich für gewerbliche Fahrzeugflotten im Stadtverkehr, sofern sie mit mindestens drei Fahrzeugen antreten. Um die Forschungsmillionen können sich Kommunen und private Investoren gleichermaßen bewerben.

Eine Technologie mit vielen Vorteilen
Die Gelder sollen zunächst einmal für die weitere Entwicklung von Fahrzeugen und der dazu gehörigen Betankungs-Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. Vorteil der Brennstoffzellen-Technologie ist, dass Wasserstoff in den Fahrzeugen vollständig abgasfrei in Strom für die Antriebe verwandelt wird. Dieser Kraftstoff kann nicht viel anders als Flüssiggas oder Dieselkraftstoff gespeichert, gelagert und in Fahrzeugtanks gepumpt werden. Das eigentliche Problem dieser Elektromobilität ist die kostengünstige, energieeffiziente Herstellung des Gases. NIP 2 sieht deshalb einen Schwerpunkt bei der Forschung und Entwicklung der Wasserstoff-Gewinnung vor, um die Brennstoffzellen-Technologie sowohl für den Verkehrssektor als auch den Energiemarkt wettbewerbsfähig zu machen.

Die deutsche Nahverkehrsbranche macht da an vorderster Front mit. So wird bei der Hamburger Hochbahn und bei den Stadtwerken Mainz bereits in enger Abstimmung mit Wissenschaft und den industriellen Energie-Lieferanten das gängige Verfahren der Wasserstoff-Erzeugung per Elektrolyse erprobt, um Brennstoffzellen-Busse fahren zu lassen. Der Strom für dieses Verfahren kommt aus Windenergie und macht damit den Betrieb klimaneutral. Die Frage eines Entweder-Oder zwischen Batterien und Brennstoffzellen stellt sich nicht überall mit letzter Konsequenz. Angesichts der hohen Kosten für Brennstoffzellen gibt es auch schon Kombinationslösungen: Batteriebusse, bei denen die Brennstoffzelle als „Range Extender“ zur Erhöhung der betrieblichen Reichweite im Busbetrieb fungiert.

Abfallprodukt sinnvoll weiterverwenden
Auch im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auf nicht elektrifizierten Strecken kommen klimaneutrale Betriebsformen voran. Schienenfahrzeughersteller Alstom vermeldete im März, dass der Nahverkehrstriebwagen „iLint“ mit seinem Brennstoffzellen-Antrieb auf der werkseigenen Teststrecke in Salzgitter erstmalig auf 80 km/h beschleunigt wurde. Auf dem Eisenbahn-Testring in Velim in Tschechien sind Fahrten bis 140 km/h geplant. Der aus dem Diesel-Triebwagen der „Coradia“-Baureihe entwickelte Zug soll im nächsten Jahr im nördlichen Niedersachsen zwischen Cuxhaven, Buxtehude und Bremerhaven erstmals mit Fahrgästen unterwegs sein. Bundesweit haben Aufgabenträger des SPNV Unternehmensangaben zufolge Absichtserklärungen für 60 Züge mit dem Elektroantrieb abgegeben. Der für die Testfahrten verwendete Wasserstoff sei „das Nebenprodukt eines industriellen Prozesses“ und werde „als Abfallprodukt sinnvoll weiterverwendet“, heißt es. Langfristig unterstütze Alstom die Wasserstoffgewinnung aus Windkraft.

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