Großes Medienecho zum „Bröckel-Index“

Großes Medienecho zum „Bröckel-Index“

Mit einem Verschleißbarometer macht die Initiative „Damit Deutschland vorne bleibt“ den dramatischen Verlust des Volksvermögens „Infrastruktur“ jetzt sichtbar, der allein seit 2005 mehr als 51 Milliarden Euro beträgt. Deutschlandweit berichteten Tages- und Fachmedien über die Vorstellung dieses „Bröckel-Index“ mit begleitendem Flashmob in Berlin im Vorfeld der Sonder-Verkehrsministerkonferenz am 23. Februar.

„Der Name der neuen Kampagne sagt alles: Es bröckelt an allen Ecken und Enden“, brachte es die Deutsche Verkehrs Zeitung (DVZ) zur Präsentation des Verschleißbarometers vor dem Bundesrat auf den Punkt. Oder, wie es „Berlin TV“ ausdrückte: „Es besteht akuter Handlungsbedarf, damit es nicht zu einem Stillstand kommt.“ Der Fernsehsender machte den Bröckel-Index zum Thema des Tages und ließ in seinem Beitrag unter anderem Oliver Wolff zu Wort kommen. Der Geschäftsführer der INFRA Dialog Deutschland erklärte, warum die Durchsetzung einer auskömmlichen Finanzierung nach wie vor schwierig ist: „Infrastrukturausgaben müssen immer mit anderen Ausgaben im Staat kämpfen. Jeder weiß, dass wir im Moment enorme Kosten zu schultern haben. Und dann tut man sich natürlich bei Ausgaben, die vielleicht erst in ein, zwei Jahren nötig sind, unheimlich schwer. Deshalb kämpfen wir schon lange für eine nachhaltige und stetige Finanzierung der Infrastruktur.“ Er forderte die Politik insbesondere auf, die Ende 2019 auslaufenden Entflechtungsmittel für den kommunalen ÖPNV und kleinere Straßenprojekte fortzuführen sowie langfristig mehr Mittel für die Sanierung bereitzustellen.

Handlungsbedarf bei allen Verkehrsträgern
An der Präsentation des Verschleißbarometers nahm auch Winfried Hermann, Minister für Verkehr und Infrastruktur des Landes Baden-Württemberg, teil. Er sprach sich insbesondere für eine auskömmliche, überjährige und dauerhafte Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) aus: „Die Grundausstattung muss verbessert werden, damit wir den ÖPNV erhalten und sanieren können, aber wir müssen ihn auch ausbauen“, so der Minister. „Wir werben ja gerade in Ballungsräumen dafür, dass die Menschen nicht mehr so viel Auto fahren und dass sie den öffentlichen Verkehr nutzen. Dann muss er auch funktionieren.“ Dass es bei den Straßen ebenfalls großen Handlungsbedarf gibt, verdeutlichte Jörg Becker, Pressesprecher des ADAC Berlin-Brandenburg, im Gespräch mit Berlin TV. „Es ist schade, dass in den letzten Jahren sehr viel Geld mit Flickschusterei verbrannt wurde und damit nicht effektiv eingesetzt wurde. Besser ist es, dass man wirklich nur minimal flickt, aber flächendeckend instand setzt.“ Zu bemängeln seien zudem die nicht ausreichenden Planungskapazitäten.

„Infrastruktur ist in die Jahre gekommen“
Auch die Tageszeitungen der Hauptstadt griffen den Sanierungsbedarf bei der Verkehrsinfrastruktur in Berichten, Kommentaren und Videobeiträgen auf, darunter die Berliner Morgenpost, die Berliner Zeitung und der Tagesspiegel. „Holprige Autobahnen, marode Brücken, überlastete Bahnstrecken: Die Infrastruktur in Deutschland ist vielerorts in die Jahre gekommen“, schrieb die Berliner Zeitung. Welche Wirkung der Flashmob der Initiative hatte, bei dem rund 60 verharrende Menschen den Stillstand und die drohenden Einschränkungen der Mobilität symbolisierten, beschrieb die Nahverkehrspraxis: „Bei einem Flashmob denkt man an singende und sich wild bewegende Menschen, dabei kann man auch mit dem genauen Gegenteil Passanten erreichen.“

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