Tausende Brücken vor dem Abriss

Tausende Brücken vor dem Abriss

Mehr als 10.000 Brücken in Kommunen und Kreisen sind so marode, dass sie nur noch abgerissen werden können. Darauf hat jetzt der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hingewiesen. Es gebe in den Straßennetzen der Gemeinden rund 67.000 Brücken, von denen 15 Prozent nicht mehr zu sanieren seien.

Auch eine grundlegende Sanierung der Schlaglochpisten in vielen Kommunen sei aus eigener Finanzkraft kaum noch realisierbar. „Leider sind noch immer viele Kommunen trotz guter Steuereinnahmen in einer schwierigen Finanzsituation. Die hohe Verschuldung und die Soziallasten nehmen ihnen den Spielraum für notwendige Investitionen“, erklärte der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Verkehr des DStGB, Fritz Wagner, Bürgermeister der Stadt Kirn an der Nahe.

Nach Angaben des Kommunalen Spitzenverbandes müssen die Gemeinden bundesweit ein Straßennetz von über 600.000 Kilometern unterhalten, während es nur 52.000 Kilometer Bundesstraßen und 86.000 Kilometer Landesstraßen gebe. Um zusätzliche Einnahmen für den Straßenunterhalt zu erzielen, fordert der Verband eine flächendeckende Lkw-Maut für alle Straßen. Die Halter der Lkw, die am meisten von den Straßen profitieren und die auch am meisten zur Abnutzung der kommunalen Straßen beitragen, müssten stärker herangezogen werden. Um den Investitionsstau zu bewältigen, bräuchten Städte und Gemeinden zusätzliche Mittel für eine „Infrastrukturoffensive“.

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