Boom auf zwei Rädern

Boom auf zwei Rädern

Deutschland tritt in die Pedale: Hohe Spritkosten, Parkplatznot und ein steigendes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein lassen immer mehr Deutsche aufs Rad steigen. Das Mobilitätsverhalten wandelt sich.

Rund 80 Prozent der Menschen in Deutschland besitzen nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums ein Fahrrad – und setzen es immer häufiger im Alltag ein. Laut Zahlen des Deutschen Mobilitätspanels aus dem Jahr 2011 hat der Radverkehr bereits heute einen Anteil von 14,5 Prozent am Gesamtverkehr. 2002 waren es noch 9.5 Prozent. Dabei nimmt der Radverkehr vor allem auf Kosten der Pkw-Nutzung (Rückgang von 57,3 auf 52,8 Prozent) zu. Gerade in Ballungsräumen boomt die Mobilität auf zwei Rädern. Ein Trend, der gerade auch aus Umweltschutzgründen positiv ist: Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes ließen sich im Jahr etwa 7,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden, wenn etwa 30 Prozent der Kurzstrecken bis sechs Kilometer in den Innenstädten mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurückgelegt würden.

Die Schattenseiten des Erfolgs
Mit zunehmendem Radverkehr steigen vielerorts aber auch die Unfallzahlen. In Berlin etwa gab es 2012 laut Polizeiangaben 15 getötete Radfahrer – nur 2003 war die Zahl höher. Und in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der tödlichen Unfälle mit Beteiligung von Fahrradfahrern Angaben des NRW-Innenministeriums zufolge 2012 gegenüber 2011 um 17 Prozent gestiegen. Mal sind solche Unfälle selbstverschuldet, mal auf das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer zurückzuführen. Eine gut ausgebaute Radverkehrsinfrastruktur kann mit dazu beitragen, solche Unfälle zu vermeiden. Denn oft weichen Radfahrer auf Bürgersteige aus, weil sie sich auf der Straße nicht sicher fühlen. Hierdurch steigt die Gefahr von Unfällen. Und die haben oft schlimme Folgen, da Radfahrer schneller unterwegs sind als Fußgänger, anders als Autofahrer aber keine Knautschzone haben.

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