3 Fragen an ...

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... Uwe Hiltmann, Leiter Strategie und Planung bei der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG)

Uwe Hiltmann, Leiter Strategie und Planung bei der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG)

Uwe Hiltmann, Leiter Strategie und Planung bei der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG)

Herr Hiltmann, wie kommt es, dass Sie als klassischer ÖPNV-Anbieter jetzt auch ein Fahrradvermietsystem anbieten?
Das hängt mit unserem Selbstverständnis zusammen: Wir sehen uns als umfassenden Mobilitätsdienstleister. Da war es quasi eine logische Entwicklung, jetzt auch das Fahrrad mit ins Angebot aufzunehmen.

Worin sehen Sie die Ursachen für die Zunahme des Fahrradverleihs?
Fahrradfahren erlebt eine Renaissance und der Anteil am Verkehrsaufkommen in allen deutschen Städten steigt jedes Jahr. Parallel boomen öffentliche Fahrradverleihsysteme. Wir beobachten die Entwicklung schon seit langem, insbesondere in französischen und spanischen Großstädten, aber auch sehr stark in Nordamerika und Asien. Öffentliche Fahrradsysteme liegen voll im weltweit zu beobachtenden „Sharing Economy-Trend“. Wichtig ist es, über etwas zu verfügen, statt es zu besitzen. Zudem gibt es eine immer stärkere To-Go-Mentalität. Fast jeder hat eine Kaffeemaschine zu Hause, trotzdem kauft man sich unterwegs gerne mal eine Kaffeespezialität im Einwegbecher. So ist es auch beim Fahrrad: Der Großteil der Deutschen besitzt ein Fahrrad. Viele möchten aber trotzdem spontan mal unterwegs eins nutzen können oder scheuen sich, mit ihrem teuren Rennrad in die Stadt zu fahren. Hier helfen wir und bieten die passende Infrastruktur, um jederzeit ein Fahrrad mieten zu können.

Was ist die größte Herausforderung beim Aufbau eines stadtweiten Netzes an Verleihstationen?
Wir wussten, dass die Suche nach geeigneten Standorten eine echte Herausforderung sein würde und haben hierfür viele Ressourcen eingeplant. Dennoch sind wir etwas zu optimistisch an die Sache herangegangen. In einem extrem verdichteten städtischen Raum gibt es viele Bedürfnisse, die in Einklang zu bringen sind. Daher müssen wir immer wieder Überzeugungsarbeit leisten und an Ämterkoordinierungsrunden teilnehmen, um den Ausbau des Netzes voranzutreiben.