Volles Bauprogramm 2016 für die Schieneninfrastruktur

Volles Bauprogramm 2016 für die Schieneninfrastruktur

Auf vielen Bahnstrecken in Deutschland bleibt 2016 buchstäblich kein Stein auf dem anderen. Wie schon im Vorjahr sind für Ausbau und Instandhaltung des Bestandsnetzes erneut Investitionen von mehr als 5 Milliarden Euro geplant. In 76 Baukorridoren sind bis zu 850 Einzelbaustellen vorgesehen, häufig mit eingleisigen Streckenabschnitten und zum Teil sogar mit Vollsperrungen.

Die vielen Bauaktivitäten der DB Netz sind Folge der 2014 abgeschlossenen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV II) zwischen Bund und Deutscher Bahn. Bis 2019 soll die Schieneninfrastruktur mit einem Aufwand von rund 28 Milliarden Euro umfangreich saniert werden. 17.000 Kilometer Schienen mit 8.700 Weichen werden erneuert, 18 Tunnel modernisiert und 875 Brücken saniert oder ausgetauscht. Milliardenbeträge fließen auch in Leit- und Sicherungstechnik, Telekommunikation, Lärmschutz, Bahnhöfe und Energieanlagen. Allein in diesem Jahr sind die Erneuerung und Instandhaltung von rund 3.200 Kilometern Schienen, 2.000 Weichen, 2,9 Millionen Eisenbahnschwellen und etwa 4 Millionen Tonnen Schotter sowie die Sanierung von rund 150 Brücken vorgesehen.

Über die Bündelung der Baumaßnahmen in Korridoren will die Bahn die Einschränkungen im Personen- und Güterverkehr trotz des gegenüber dem Vorjahr noch gestiegenen Bauvolumens reduzieren. Gleichwohl gibt es erhebliche Beschränkungen. So berichtet die Konzern-Zeitung „DB-Welt“ von sechs Großprojekten, bei denen auf Hauptstrecken für mehrere Wochen eingleisiger Verkehr und zum Teil nächtliche Totalsperrungen vorgesehen sind. Die langwierigste Unterbrechung sei die mit 34 Wochen angesetzte komplette Sperrung der ICE-Strecke Berlin – München zwischen Jena und Bamberg. Grund hierfür ist die Einfädelung der künftigen Schnellfahrstrecke zwischen Erfurt und Nürnberg ins bestehende Netz. Die Züge werden über Würzburg umgeleitet und kommen ohne Fahrzeitverlängerung an ihre Ziele, da sie den bereits fertigen Abschnitt der Neubaustrecke von Erfurt nach Halle und Leipzig nutzen.

Größere Einschränkungen gibt es laut DB-Welt beispielsweise auch zwischen Hamburg – Hannover – Göttingen mit eingleisiger Betriebsführung und Totalsperrungen den gesamten Sommer über von Mai bis September. In Bayern wird im Zuge der Erneuerung der Strecken München – Salzburg und München Kufstein für einige Tage Ende April und Anfang Mai der Betrieb zwischen München und Rosenheim völlig still gelegt. Auf der rechten Rheinseite Köln – Wiesbaden werden wegen zahlreicher Baumaßnahmen etliche Güterzüge auf die linke Rheinseite bzw. auf die Ruhr-Sieg-Strecke verlegt. Grundsätzlich, so heißt es, werde darauf geachtet, dass auf den Ausweichstrecken nicht auch gebaut wird.

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