Bildnachweis: © RMV | Jana Kay

Mit dem X-Bus an der City vorbei

In vielen Ballungsräumen haben die Fahrgäste des ÖPNV ein Problem: Zwar kommen sie direkt und schnell aus dem Umland in die Zentren, umständlich aber wird die Reise, wenn Start und Ziel beide in der Peripherie liegen. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) sorgt für Abhilfe. Seine „X-Busse” – X für Express – verbinden mit wachsendem Erfolg als schnelle Direktverbindungen Gemeinden rund um Frankfurt und mit dem Frankfurter Flughafen.

Seit dem letzten Fahrplanwechsel ist der Ring um die Main-Metropole geschlossen. 14 Linien bedienen beispielsweise Strecken wie die Linie X 17 von Hattersheim zum Rhein-Main-Airport. Eine 15. Verbindung kommt im Sommer hinzu. Wer vor ihrer Einführung das Ziel mit Bus und Bahn anpeilte, musste den Umweg fahren: Mit der S-Bahn in die Stadt, umsteigen, mit der S-Bahn zum Airport. So dauerte die Route ab Hattersheim, eigentlich kaum mehr als ein Katzensprung, fahrplanmäßig 46 Minuten. Heute macht es der Expressbus in 17 Minuten, ohne lästiges Umsteigen. Kostenloses W-Lan im Bus ist zudem inklusive.

Nachfrage steigt
„Mit den Schnellbussen können wir unseren Fahrgästen auch dort ein attraktives Angebot machen, wo die Bahn nicht direkt fährt“, beschreibt Prof. Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung des RMV, „so entfallen Umsteigezeiten und es bieten sich neue Verbindungen.“ Der Verbund startete 2014 mit der Idee X-Bus und stieß auf dankbare, rasch wachsende Nachfrage. Die Linie von Königstein im Taunus nach Karben war die Pilotlinie, und sie gewann in kurzer Zeit rund tausend tägliche Fahrgäste. Im vergangenen Jahr waren bereits sieben Linien unterwegs, seit Dezember dann die doppelte Zahl. Verdopplung und noch mehr ist auch das Ziel bei der Nachfrage. Im vergangenen Jahr waren im Schnitt täglich 8.500 Kunden mit den schnellen Bussen unterwegs, in diesem Jahr sollen es schon 15.000 werden, und im Jahr 2020 peilt der RMV 30.000 Fahrgäste mit dann tausend Fahrten pro Tag auf einem stetig erweiterten X-Bus-Netz an.

Insbesondere die Linien zum Flughafen kommen bei der Kundschaft, vor allem bei den vielen, am Airport arbeitenden Pendlern, gut an. „Das ist ja superprima. Klasse”, ließ ein hoch zufriedener Fahrgast den Verkehrsverbund wissen. „Glückwunsch zu dieser weitsichtigen Entscheidung. Sicherlich wird der neue Takt ein großer Erfolg werden und viele, viele Angestellte des Flughafens werden den Dienst zu würdigen wissen.” Deutlich wird auch: Der X-Bus gewinnt viele neue Stammkunden – Pendler, die vom Auto auf den für sie attraktiv gewordenen ÖPNV umsteigen.

Nachfragegerechte Gestaltung des Linienwegs
Prinzipiell wurden und werden die Expressbus-Linien aus dem bestehenden Bus-Netz heraus entwickelt, ohne Einschränkungen der bisherigen Linienverkehre. Ein RMV-Sprecher erläutert: „In der Regel wurden der Linienweg dabei nachfragegerecht direkter gestaltet und Ersatzangebote mit anderen Linien geschaffen. Eine Einstellung von Linien zur Gegenfinanzierung oder Fahrtstreichungen fand nicht statt.” Was für die monozentrische Region rund um Frankfurt funktioniert, probiert der Verbund seit dem Fahrplanwechsel auch in der nordhessischen Region aus. So gibt es die Linie X38 von Marburg an der Lahn ins gut 20 Kilometer entfernte Gladenbach. Sie verkürzt die Busfahrt ohne Umwege von 51 auf 27 Minuten. Damit ist sie prinzipiell genauso schnell wie Google Maps für den Pkw berechnet.

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