Mehr als zehn Milliarden Menschen steigen in Busse und Bahnen

Mehr als zehn Milliarden Menschen steigen in Busse und Bahnen

Trotz Lokführerstreik, niedriger Benzinpreise und milder Wintertage nutzen immer mehr Menschen Bus und Bahn. Stolz präsentierte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) kürzlich, dass die Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) erstmals die Zehn-Milliarden-Marke geknackt haben. Mit 10,004 Milliarden Kunden erreichten sie 0,5 Prozent mehr Fahrgäste als im Vorjahr. Der Aufwärtstrend hält seit 18 Jahren unverändert an.

„Der deutsche ÖPNV ist und bleibt das Rückgrat für eine umfassende Mobilität aller Bevölkerungsgruppen in diesem Land. Wir bieten immer mehr Kunden attraktive und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Angebote zu angemessenen Preisen“, sagte VDV-Präsident Jürgen Fenske auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Berlin. Trotz Fahrgeldeinnahmen von 11,7 Milliarden Euro herrscht in der Branche nicht unbedingt eitel Sonnenschein. Denn von den Erträgen müssen immer größere Anteile in die Erneuerung der Fahrzeuge und der Infrastrukturen fließen. Die knappe Kassenlage insbesondere bei vielen kommunalen Eigentümern der Verkehrsbetriebe hat im bundesdeutschen ÖPNV laut Fenske zu einem Sanierungsstau von 4 Milliarden Euro geführt. „Dieser Sanierungsstau muss im Interesse der Fahrgäste aufgelöst werden.

Aus Sicht des VDV habe es im vergangenen Jahr einige bundespolitische Entscheidungen gegeben, die die Branche finanziell besser stellen. Dazu gehörten die neue Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung der Deutschen Bahn mit dem Bund, die Aufstockung der Regionalisierungsmittel für den Schienenpersonennahverkehr, die Weiterführung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Bundes (GVFG) für große ÖPNV-Ausbaumaßnahmen und die zusätzlichen Investitionsprogramme für finanzschwache Kommunen. Nach dem Bund müssten die Länder ihrerseits ebenfalls wieder stärker in Busse und Bahnen investieren, betonte Fenske.

Positiv bewertet der Verband den jüngsten Beschluss des SPD-Parteivorstands bei seiner Jahresauftaktklausur am 17. Januar: Die Spitzenvertreter der Regierungspartei hatten dort beschlossen, die Entflechtungsmittel auch über 2019 hinaus fortzuführen, „um den umweltfreundlichen ÖPNV in den Kommunen weiter zu stärken“. Der VDV-Präsident begrüßte diesen Vorstoß ausdrücklich: „Das ist ein wichtiges Signal und wir hoffen, dass sich Bund und Länder auf die Fortführung der Entflechtungsmittel verständigen.“

Fotonachweis: Stadtwerke Bonn (SWB)/Martin Magunia

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