Im 2-Minuten-Takt

Im 2-Minuten-Takt

Mehr U-Bahnen, neue Express- und City-Busse: Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 baut die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ihr Angebot stärker aus als bisher geplant. Statt um planmäßige 1,2 Prozent soll der Leistungsumfang aufgrund der starken Nachfrage um 3,4 Prozent gesteigert werden. Auf einem ersten U-Bahnabschnitt in der Innenstadt soll im Berufsverkehr morgens erstmals ein 2-Minuten-Takt realisiert werden. Weitere Zusatzleistungen werden vor allem im Busbereich geplant.

Mit dem Kapazitätsausbau reagiert die MVG auf den Nachfrage-Boom der vergangenen Jahre. Allein 2012 zählte das Unternehmen 14 Millionen neue Fahrgäste beziehungsweise einen Zuwachs um 2,7 Prozent. Zum Vergleich: Im Bundesschnitt lag die Steigerung bei 0,9 Prozent. Aufgrund aktueller Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung in der bayrischen Landeshauptstadt rechnet das Verkehrsunternehmen mit weiteren Zuwächsen. „Die hohe Belastung unserer Verkehrsmittel in Spitzenzeiten ist letztlich der Preis für den ungebrochenen Erfolg der Boom-Region München und die hohe Attraktivität des Nahverkehrs. Wir rechnen für 2014 mit weiteren Zuwächsen und damit auch zusätzlichen Einnahmen. Das ermöglicht es uns, eine Ausweitung unseres Fahrplanangebots 2014 um 3,4 Prozent statt 1,2 Prozent zu finanzieren“, kommentierte MVG-Chef Herbert König die neue Leistungsoffensive.

Für das Fahrplanjahr 2014 sah die MVG bisher eine Leistungssteigerung mit einem Umfang von 1,2 Prozent vor. Dazu gehörten vor allem der Start des 2-Minuten-Takts bei der U-Bahn, weitere Taktverdichtungen bei der Tram und einige Busmaßnahmen vor. Das nun geschnürte zusätzliche Maßnahmenpaket enthält eine weitere Leistungssteigerung um 2,2 Prozent. Die kurzfristigen Zusatzleistungen werden vornehmlich durch Maßnahmen im Busverkehr realisiert. Ein Grund: Die erforderlichen zusätzlichen Fahrzeuge stehen schneller zur Verfügung als Züge. Geplant sind mehrere neue Buslinien, darunter auch die neuen Angebote ExpressBus und CityBus. Dabei sollen vor allem die so genannten Tangentialverbindungen gestärkt und dadurch einzelne U-Bahn-Abschnitte in der Innenstadt entlastet werden. „Unsere Kapazitäten sind in Teilbereichen zeitweise hoch ausgelastet. Wir hoffen, dass die zusätzlichen und teils neuartigen Angebote wie der geplante ExpressBus X30 zu einer Entlastung beitragen werden“, erklärt König.

„Über kurz oder lang führt kein Weg mehr an Neubauprojekten zur Entlastung der Innenstadt-Abschnitte vorbei.“ Herbert König, Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG)

Der kurzfristige Leistungsausbau bietet allerdings keine langfristig nachhaltige Lösung: „Über kurz oder lang führt kein Weg mehr an Neubauprojekten zur Entlastung der Innenstadt-Abschnitte vorbei, dazu zählen insbesondere die weiteren Tram-Tangenten, im weiteren aber auch eine neue U-Bahnstrecke als Bypass in der Innenstadt. Die Infrastruktur-Finanzierung in Deutschland und auch in Bayern ist angesichts weit überzeichneter und auslaufender öffentlicher Förderprogramme allerdings alles andere als sicher und mehr denn ja ein Topthema für die Bundes- und Landespolitik“, betonte König.

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