"Hydrogen Council" für Wasserstoff-Züge | Bildnachweis: © Alstom-Michael Wittwer

„Hydrogen Council“ für Wasserstoff-Züge

Am Rand des World Economic Forum in Davos haben 13 weltweit führende Unternehmen aus den Bereichen Energie, Verkehr und Industrie eine internationale Initiative ins Leben gerufen. Das „Hydrogen Council“ will die Energiewende mithilfe von Wasserstoff vorantreiben. Mitgründer ist der Bahntechnik-Konzern Alstom, der in Deutschland den ersten Regionaltriebzug mit Brennstoffzellen-Antrieb entwickelt.

Auf der Bahntechnikmesse Innotrans im letzten Herbst in Berlin war der fast himmelblau lackierte „Coradia iLint“ einer der bestaunten Stars. Der zweiteilige Regionaltriebzug aus dem Alstom-Werk in Salzgitter, der auf der Plattform für Dieseltriebwagen aufbaut und sich rein äußerlich kaum von diesen unterscheidet, ermöglicht auf nicht elektrifizierten Strecken einen vollständig CO2-freien Betrieb. Er wird von Wasserstoff-Brennstoffzellen mit Strom versorgt, gibt lediglich Wasserdampf und Kondenswasser ab und fährt besonders geräuscharm. Den Prototypen hat Alstom, in Deutschland Marktführer bei Dieseltriebzügen für den Regionalverkehr, mit zwei Antriebsmodulen je Fahrzeug ausgestattet, die jeweils auf den Dächern untergebracht sind. Neben dem absolut klimaneutralen Zugbetrieb soll sich das System durch eine deutlich höhere Energieeffizienz auszeichnen.

Zudem ermöglicht die neue Antriebstechnologie wie überall im modernen elektrischen Bahnbetrieb die Rückspeisung von Bremsenergie in die Fahrmotoren. Alstom will nachweisen, dass der iLint bei entsprechender Wasserstoffversorgung im Depot dieselben fahrplanmäßigen Tagesleistungen wie die herkömmlichen Dieseltriebzüge erbringt. Nach dem jetzt anlaufenden Testprogramm mit zwei Prototypen sind von deutschen Aufgabenträgern im Schienenpersonennahverkehr zunächst 60 Serienfahrzeuge bestellt worden, die in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und beim Rhein-Main-Verkehrsverbund eingesetzt werden sollen.

Lösungen für die Energiewende entwickeln

Der Hydrogen Council will Wasserstoff als eine der zentralen Lösungen für die Energiewende etablieren. Wasserstoff sei ein vielseitiger Energieträger mit vielen Vorteilen. Er setze bei seiner Nutzung kein Kohlendioxid frei und könne so eine wichtige Rolle beim Übergang zum klimaneutralen Verkehr spielen. Die Mitgliedsunternehmen – unter ihnen aus Deutschland die Autokonzerne BMW und Daimler-Benz – kündigten erhebliche Investitionen in die Entwicklung und Kommerzialisierung von Wasserstoff und Brennstoffzellen an, die sich derzeit auf rund 1,4 Milliarden Euro pro Jahr beliefen.

„In Europa ist der Verkehrssektor mittlerweile der zweitgrößte Verursacher von Emissionen. Der Schienenverkehr ist dabei das sauberste und sicherste Massenverkehrsmittel und soll noch sauberer werden. Der Wasserstoffantrieb ist eine Revolution, da er zu 100 Prozent emissionsfrei ist. Ich bin stolz darauf, zum Hydrogen Council zu gehören und diese Technologie weiterzuentwickeln, die das Gesicht des Transportwesens verändern wird”, sagte Alstom-Vorstandschef Henri Poupart-Lafarge.

Bildnachweis: © Alstom-Michael Wittwer

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