Anhaltende Aufwärtstrends im öffentlichen Verkehr

Anhaltende Aufwärtstrends im öffentlichen Verkehr

Bus und Bahn werden für immer mehr Menschen interessant, und die Wirtschaft setzt immer stärker auf Güterzüge. Nachdem der öffentliche Verkehr 2013 weiter Kunden und Marktanteile gewann, setzte sich das Wachstum Anfang 2014 fort. Die Fahrgastzahlen nähern sich der Zehn-Milliarden-Marke, der Schienengüterverkehr kommt auf 25 Prozent Marktanteil.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres fuhren 2,5 Milliarden Menschen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das sind 1,2 Prozent mehr als im ersten Quartal 2013, berichtete Jürgen Fenske, Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Ende Mai auf der VDV-Jahrestagung in Berlin. Der mathematisch kleine Zuwachs bedeutet im täglichen Betrieb stolze 30 Millionen zusätzlicher Kunden. Die steigenden Nutzerzahlen der öffentlichen Verkehrsangebote gewinnen – so Personenverkehrsvorstand der Deutschen Bahn, Ulrich Homburg, auf der Tagung – noch an Gewicht, da der Mobilitätsmarkt insgesamt seit Jahren stagniere. Insbesondere in Großstädten und Ballungsregionen nehmen die öffentlichen Verkehrsmittel als Transporteure Spitzenpositionen ein. Bemerkenswert sei dabei auch, dass vor allem die jüngere Generation, insbesondere die 18- bis 29-jährigen zu 70 Prozent auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) setze. Vor diesem Hintergrund bekämen die Bemühungen um den Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur gemäß dem Slogan „Damit Deutschland vorne bleibt“ der Infrastruktur-Initaitive, so Homburg, „eine ganz vitale Bedeutung“.

Bereits im Jahr 2013 wuchs das Verkehrsaufkommen im ÖPNV im jahrelangen Trend weiter um 0,8 Prozent auf 9,8 Milliarden Fahrgäste, berichtet der VDV in seinem Jahresbericht. Die Erwerbstätigkeit, die in der Bundesrepublik mit knapp 42 Milliarden Beschäftigten eine neue Rekordhöhe erreichte, und der anhaltende Zuzug von Mitbürgern aus dem Ausland sind Gründe für das weitere Wachstum, bilanziert die VDV-Statistik-Expertin Ursula Dziambor. Der um 0,9 Prozent gestiegene private Konsum sorge zudem für einen erhöhen Freizeit- und Einkaufsverkehr.

Damit kam auch mehr Geld in die Kassen der Verkehrsunternehmen: Die Kunden zahlten mehr als elf Milliarden Euro für die Fahrscheine, 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch trotz der steigenden Finanzierung durch die Nutzer blieb unter dem Strich weniger Geld übrig. Da die Kosten der Unternehmen für Personal und Material schneller stiegen, sank laut VDV-Statistik der Kostendeckungsgrad im ÖPNV um einen Prozentpunkt auf 77,1 Prozent.

Der Schienengüterverkehr in Deutschland konnte in den ersten beiden Monaten des Jahres ebenfalls um 2,6 Prozent zulegen. Bereits 2013 war die Verkehrsleistung, gemessen in beförderten Tonnen pro Kilometer, nach dem Wiederanspringen der Konjunktur wieder leicht gestiegen. Schienengüterverkehr lohnt sich auf Langstrecken, zeigt die Statistik. Hinsichtlich der Verkehrsleistung mit 112 Milliarden Tonnenkilometern befördern die Bahnen in Deutschland etwa ein Viertel der gesamten Fracht, obwohl sie mit 370 Millionen Tonnen nur ein Zehntel des gesamten Landverkehrsaufkommens für sich gewinnen können. Da die Schiene ihre Güter über weite Entfernungen befördert, holt sie sich in puncto Verkehrsleistung die beschriebenen 25 Prozent des Marktvolumens.