Die Bauarbeiten zur U4 am Magdeburger Hafen in Hamburg. Bildnachweis: Hamburger Hochbahn

Hamburg: U4 erschließt HafenCity

Als jüngste U-Bahn-Linie der Stadt verbindet die U4 seit Ende 2012 die neue HafenCity mit der Hamburger Innenstadt und dem bestehenden Schnellbahnnetz der Hansestadt.

Von Heike Reinhold

Mit dem innerstädtischen Entwicklungsprojekt HafenCity setzt Hamburg europaweit neue Maßstäbe: Auf einer Fläche von 157 Hektar entsteht seit 2001 direkt an der Elbe ein neuer Stadtteil, der auf einzigartige Weise Arbeiten, Wohnen, Kultur, Freizeit, Tourismus und Einzelhandel miteinander verbindet. Moderne Neubauten entstehen zwischen historischen Lagerhäusern, Cafés, Restaurants und originelle Geschäfte setzen architektonische Akzente in der ehemaligen Speicherstadt. Schon heute ist der Stadtteil im westlichen Bereich ein urbaner Ort mit gut 2.000 Bewohnern und steigenden Besucherzahlen. In der gesamten HafenCity arbeiten derzeit über 10.000 Menschen in mehr als 500 Unternehmen. Bis zur Fertigstellung des Areals im Jahre 2025 sollen insgesamt 40.000 Arbeitsplätze und 5.500 Wohnungen geschaffen werden.

Anbindung an die Innenstadt
Erschlossen wird das neue Stadtquartier durch die U-Bahn Linie U4, die Ende 2012 an der Haltestelle „Überseequartier“ ihren Betrieb aufgenommen hat und seither die HafenCity im Zehn-Minuten-Takt mit der Haltestelle „Jungfernstieg“ und dem Hauptbahnhof verbindet. Rechtzeitig zum Hochschulstart auf dem neuen Campus im Elbtorquartier Ende 2013 folgte bereits im August des Jahres die Eröffnung der Haltestelle „HafenCity Universität“. „Die U4 sorgt als ÖPNV-Anbindung für eine qualitativ hochwertige Erschließung des neuen Stadtteils“, stellt Gerhard Schenk, Bereichsleiter Unternehmenssteuerung und Systementwicklung bei der Hamburger Hochbahn, heraus. Bis 2018 werden mit der Streckenverlängerung zur Haltestelle „Elbbrücken“ dann auch die neu entstehenden Quartiere der östlichen HafenCity an das Hamburger U-Bahn-Netz angebunden. „Entscheidend ist die rechtzeitige Fertigstellung eines solchen Infrastrukturvorhabens“, gibt der Fachmann zu bedenken und erklärt: „Der U-Bahn-Bau sollte möglichst abgeschlossen sein, bevor die Oberflächenbebauung beginnt, um Konflikte im Ablauf zu vermeiden. Das ist bei der U4 bisher vorbildlich gelungen und wird auch bei der Verlängerung eingehalten.“

Steigende Fahrgastzahlen
Der Ausbau der U4 wird von der Hamburger Hochbahn geplant und realisiert. Die Finanzierung erfolgt über den Haushalt der Freien und Hansestadt Hamburg sowie über Zuschüsse aus Bundesmitteln. Für den Streckenabschnitt zwischen den Haltestellen „Jungfernstieg“ und „HafenCity Universität“ hat der Bund in früheren Jahren bereits 135 Millionen Euro bereit gestellt. Im Herbst 2013 hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung dann die Verlängerung der U4 bis zu den Elbbrücken in das Bundesprogramm nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) aufgenommen und weitere 72 Millionen Euro zugesagt. Die Gesamtkosten für den U4-Ausbau steigen damit auf 506 Millionen Euro. Trotz hoher Baukosten ist die U-Bahn-Anbindung der HafenCity für Gerhard Schenk ein Erfolgsprojekt: „Die Fahrgastzahlen auf der neuen Linie entwickeln sich schon jetzt sehr positiv. Neben Bewohnern und Beschäftigten wird die U-Bahn auch sehr gut von den Studenten der HafenCity Universität angenommen. In Kürze werden wir zum ersten Mal das Angebot in der Hauptverkehrszeit ausweiten müssen.“

Bild: Die Bauarbeiten zur U4 am Magdeburger ­Hafen in Hamburg.
Bildnachweis: Hamburger Hochbahn

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