Ein Erfolgsprojekt: Die erweiterte Linie 10 sorgt für eine bessere Anbindung der Dresdner Messe. Bildnachweis: DVB

Dresden: Im Zehn-Minuten-Takt zur Messe

Die Stadt Dresden wächst rasant und mit ihr auch die Wirtschaft. Die Dresdner ­Verkehrsbetriebe (DVB) reagieren auf die positive Entwicklung mit dem Ausbau des Straßenbahnnetzes. Die 2011 erfolgreich abge­schlossene Verlängerung der Straßenbahnlinie 10 zur Messe stellt dabei einen wichtigen Baustein dar.

Von Silja Mannitz

An Tagen mit großem Besucher­andrang gerät der Verkehr auf den Zufahrtstraßen zur Dresdner Messe regelmäßig ins Stocken. Lange Zeit standen hier auch die Busse der DVB im Stau. 2009 beschloss der Dresdner Stadtrat daher den Bau einer vom Autoverkehr unabhängigen Straßenbahnstrecke zur Messe Dresden. Ziel war es, den Standort besser anzubinden, die Verkehrswege zu entlasten und die Fahrgäste schneller ans Ziel zu bringen. Dazu sollte die Linie 10 um einen 1,6 Kilometer langen Abschnitt zwischen Alberthafen und Messe erweitert werden.

Realisierung in Rekordzeit
Die Baumaßnahmen starteten im September 2010 und wurden trotz anhaltend schlechter Witterungsbedingungen und zwischenzeitlichem Hochwasser in Rekordzeit realisiert. Die größte Herausforderung stellte dabei der Bau einer 315 Meter langen Straßenbahnbrücke über die Flutrinne dar. Pünktlich zum Kirchentag Anfang Juni 2011 rollten auf der erweiterten Strecke die ersten Bahnen. Seither können Fahrgäste mit der Linie 10 im Zehn-Minuten-Takt vom Stadtteil Striesen über den Hauptbahnhof und den Bahnhof Mitte zur Friedrichstadt und weiter bis zur Messe Dresden fahren. Entlang der Erweiterung gibt es dabei vier neue Haltestellen: „Alberthafen“, „Messering (Halle 1)“, „Messe Dresden“ und „Messe, Gleisschleife“. Reiner Zieschank, Vorstand Finanzen und Technik der DVB, ist von den positiven Effekten des Projektes überzeugt: „Mit dem Straßenbahnanschluss haben wir einen wichtigen Beitrag zur Gebietsentwicklung geleistet. Davon profitieren neben der expandierenden Messe das Sportgymnasium und -leistungszentrum, der Alberthafen sowie die im Ostragehege geplanten Gewerbeansiedlungen.“

In die Zukunft gedacht
Rund 16,5 Millionen Euro hat das Projekt gekostet, 8,7 Millionen Euro davon steuerte der Bund aus Mitteln des Gemeindeverkehrs­finanzierungsgesetzes bei. Der Freistaat Sachsen unterstützte die Straßenbahnerweiterung mit 2,2 Millionen Euro. Rund 5,6 Millionen Euro stammen aus Eigenmitteln der DVB. Geht es nach den DVB, soll die Straßenbahn künftig weiter wachsen, um das Mobilitätsangebot angesichts der starken Bevölkerungszunahme auszubauen. Hatte die sächsische Metropole 1999 rund 450.000 Einwohner, sind es heute bereits knapp 540.000. Und einer neuen Bevölkerungsprognose zufolge sollen bis 2030 sogar mehr als 585.000 Menschen in Dresden leben. „Wir müssen mit der dynamischen Entwicklung Schritt halten und haben deshalb gemeinsam mit der Landeshauptstadt ein Neubaupaket unter dem Namen ‚Stadtbahn Dresden 2020’ geschnürt“, erklärt Zieschank. „Es umfasst mehrere Straßenbahn-Neubauprojekte und soll hoch frequentierte Busstrecken entlasten.“ Auch diese Vorhaben lassen sich nur durch Unterstützung des Bundes realisieren. Dass die Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur bei den Fahrgästen gut ankommen, zeigt das ÖPNV-Kundenbarometer 2014 von TNS Infratest: Dort liegen die DVB, was die Kundenzufriedenheit anbelangt, in der Gesamtwertung und beim Kriterium Linien- und Streckennetz ganz vorne.

Bild: Ein Erfolgsprojekt: Die erweiterte Linie 10 sorgt für eine bessere Anbindung der Dresdner Messe.
Bildnachweis: DVB

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