Schnelle und umweltfreundliche Mobilität zwischen Bochum und Herne: die U35 CampusLinie. Bildnachweis: Bogestra

Bochum: Von Stadt zu Stadt

Vor fast 26 Jahren wurde in Bochum ein Stück Verkehrsgeschichte ­geschrieben: Am 2. September 1989 nahm mit der U35 die erste unterir­dische Städteverbindung Deutschlands Fahrt auf. Heute sind täglich 90.000 Fahrgäste mit der Linie zwischen ­Bochum und Herne unterwegs.

Von Silja Mannitz

Wer früher von Bochum in die Nachbarstadt Herne fahren wollte oder umgekehrt, stieg in die Straßenbahn 305. Sie brachte die Fahrgäste zuverlässig ans Ziel, benötigte dafür aber immerhin 31 Minuten. Mit der Nachfolgelinie U35 geht es in 14 Minuten von Stadt zu Stadt. Da lag das Motto bei der Eröffnung nahe: … nur Fliegen ist schneller. In die neue Infrastruktur wurden dabei zum Beispiel 960 Millionen D-Mark allein in den Abschnitt investiert, der seit 1989 das Herner Schloss Strünkede mit dem Bochumer Hauptbahnhof verbindet. 60 Prozent finanzierte der Bund über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, 30 Prozent übernahm das Land Nordrhein-Westfalen. Die restlichen zehn Prozent steuerten die beteiligten Städte Bochum und Herne bei. Mit ihren hohen Fahrgastzahlen hat die Nachfolgelinie der Straßenbahn 305 sämtliche Erwartungen übertroffen. Nutzten die 305 im Schnitt 18.300 Menschen am Tag, sollte es die U35 Schätzungen zufolge auf rund 26.000 Fahrgäste täglich bringen. Dass es einmal 90.000 Menschen sein würden, hätte am Anfang wohl kaum jemand für möglich gehalten.

Vier Hochschulstandorte angebunden
Viele der Fahrgäste sind heutzutage Studierende. Das liegt insbesondere an der 1993 ­erfolgten Verlängerung der U35 bis Bochum-Querenburg, durch die mit der Ruhr-Universität Bochum (RUB) die größte Universität des Ruhrgebiets angebunden wurde. Heute verbindet die Linie vier Hochschulen miteinander: die RUB, die Technische Fachhochschule Georg Agricola, die Hochschule Bochum und die Hochschule für Gesundheit. Seit 2011 trägt die Linie den Zusatz CampusLinie. Gisbert Schlotzhauer, Vorstand Personal, Kommunikation und Infrastruktur bei der BOGESTRA: „Die U35 CampusLinie ist zum Markenzeichen für schnelle und umweltfreundliche Mobilität in Bochum und Herne geworden und wird es auch zukünftig bleiben. Dafür hat der ­BOGESTRA-Aufsichtsrat kürzlich die Weichen gestellt. Er hat beschlossen, dass die am längsten im Einsatz befindlichen 25 U-Bahn-Fahrzeuge in den Jahren 2023 bis 2027 modernisiert werden.“

Mehr Fahrzeuge und dichtere Takte
Damit die meistgenutzte Bochumer Linie die große Fahrgastnachfrage bewältigen kann, hat die BOGESTRA die Kapazitäten in den vergangenen Jahren ausgebaut. Mittlerweile sind auf der Strecke 31 Wagen im Einsatz und ermöglichen es, in Spitzenzeiten alle Fahrten in Doppeltraktion anzubieten. Auch die Taktung ist in den vergangenen Jahren weiter optimiert worden: Statt im Fünf-­Minuten-Takt wird zwischen den stark frequentierten Haltestellen Bochum Hbf und Hustadt in der morgendlichen Spitzenzeit im 3-3-6-Minuten-Takt gefahren. Fahrgäste müssen dort also meist nur drei Minuten auf die nächste Bahn warten.

Bild: Schnelle und umweltfreundliche Mobilität zwischen Bochum und Herne: die U35 CampusLinie.
Bildnachweis: Bogestra

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