duisport – Logistik-Drehscheibe im Herzen Europas

duisport – Logistik-Drehscheibe im Herzen Europas

Der größte Binnenhafen der Welt in Duisburg an der Ruhrmündung in den Rhein hat sich vom Umschlagsplatz des einstigen „Kohlenpotts“ zu „duisport“ verwandelt – zur modernen, vielseitigen Logistik-Drehscheibe mit weltweiten Verbindungen. Millioneninvestitionen erneuerten und veränderten die Infrastruktur – und sichern über 40.000 Arbeitsplätze.

Fakten

  • Die Duisburger Hafen AG, die duisport-Gruppe, hat im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von 175 Millionen Euro erwirtschaftet, ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei wurden Investitionen in Höhe von rund 50 Mio. Euro getätigt. Der Großteil von etwa 45 Mio. Euro entfiel davon auf Infrastruktur-Investitionen, insbesondere auf Warenverteilzentren und den Ausbau der Terminalkapazitäten. Die restlichen Investitionen entfielen auf die Hafeninfrastruktur.
  • Im Duisburger Hafen haben sich rund 300 nationale und internationale Unternehmen angesiedelt, die auf gut funktionierende Logistik angewiesen sind. Allein in Duisburg hängen 22.000 Arbeitsplätze vom Hafen ab; rechnet man das Umland hinzu, sind es nach Angaben der duisport-Gruppe über 40.000 Arbeitsplätze.
  • Der Umbau zur Logistik-Drehscheibe erfordert hohe Investitionen in die Infrastruktur. Duisport schätzt die „hafeninduzierten Investitionen“ der angesiedelten Firmen auf jährlich über 250 Millionen Euro.
  • Mit einem Umschlag von über 120 Millionen Tonnen und einer Wertschöpfung von 3 Milliarden Euro ist der Duisburger Hafen der größte Binnenhafen weltweit. Neben den klassischen Gütern Importkohle, Erz und Stahl, Mineralöl/Chemie ist im Zusammenhang mit der Logistik insbesondere der Umschlag von Handelsware in Containern stark angestiegen.

Hoher Besuch im Hafenbahnhof: Ende März besichtigte der chinesische Staatspräsident Xi Jingping, mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und der NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Gefolge, Duisburg. Er erlebte „live“ ein Ereignis, das für duisport schon zur Routine geworden ist: die Ankunft des „Yuxinou“-Zuges. Das ist ein Güterzug, der seit fast drei Jahren eine regelmäßige, Rekord verdächtige Reise zwischen der chinesischen Megametropole Chongqing und dem Duisburger Hafen unternimmt. Bis zu dreimal pro Woche starten auf beiden Seiten Container-Züge zu der 16 Tage dauernden Fahrt über 10.000 Kilometer durch Kasachstan, Russland, Weissrussland und Polen, beladen mit bis zu 50 Containern voller Elektronik und Computer-Bauteilen, mit Auto- und Maschinenbau-Komponenten aus fernöstlicher Herstellung und Produkten aus Europa in der Gegenrichtung. „Diese Verbindung ist mehr als ein Logistikprojekt“, sagte Landesmutter Kraft nicht ohne Stolz und griff eine traditionsreiche Bezeichnung auf, die auch die Logistiker in Ost und West gerne wählen: Der lange Schienenweg sei die „neue Seidenstraße“.

Duisport hat nicht nur Verbindungen in die 30-Millionen-Metropole mitten im chinesischen Reich, sondern beispielsweise auch nach Peking und Schanghai. In Europa hat sich der Standort an der Ruhrmündung zum Dreh- und Angelpunkt für die Bearbeitung, Sammlung und Verteilung der Güter auf dem umweltfreundlichen Schienenweg über den gesamten Kontinent entwickelt. Der Hafen verfügt nicht nur über Schiffsverbindungen, sondern ist längst ein bedeutender Bahnknotenpunkt. Von Duisburg aus fahren jede Woche mehr als 360 Güterzüge zu über 80 Zielen in Europa und Asien. Das zeigt sich im klassischen Umschlaggeschäft der öffentlichen Häfen: In den Mengen mit rund 15 bis 16 Millionen Tonnen pro Jahr liegen Bahn und Schiff in etwa gleichauf. Mit seinen ausgezeichneten Verbindungen in die „ZARA“-Häfen Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam einerseits und den direkten Zügen zu den deutschen Nordseehäfen Hamburg, Bremen, Bremerhaven andererseits ist duisport zudem wichtige „trimodale“ (Wasser, Schiene, Straße) Logistik-Drehscheibe im Seehafen-Hinterlandverkehr.

Gute Infrastruktur gibt es nicht zum Nulltarif. So hat die duisport-Gruppe, hinter der als Eigentümer Land Nordrhein-Westfalen und Stadt Duisburg stehen, seit der Jahrtausendwende gut eine halbe Milliarde Euro in den Aus- und Umbau der Anlagen investiert. Einen Schwerpunkt bildete dabei der Kombinierte Verkehr mit Containern. Die Hafenbecken an den Container-Terminals wurden für die Zufahrt von Fluss-Seeschiffen mit bis zu 500 Container-Einheiten ausgebaut. Neue Umschlageinrichtungen wurden und werden gebaut, um die Kapazitäten für den Containerumschlag auf 5 Millionen TEU (20-Fuß-Container) auszuweiten. Im vergangenen Jahr nahm duisport erstmals die Hürde von 3 Millionen TEU.

Begonnen hatte die Entwicklung in einer der schwärzesten Stunden der Wirtschaftsregion Rhein-Ruhr. Im Jahr 1998 musste das Krupp-Stahlwerk im linksrheinischen Stadtteil Rheinhausen geschlossen worden. Für die dort entstehende und weitere Industriebrachen entwickelte duisport das „logport“-Konzept. Nach und nach wurden die freien Flächen saniert und für die Bedürfnisse einer sich gerade erst entwickelnden Logistikwirtschaft aufbereitet. Das Konzept ging auf. Rheinhausen, heute logport I, lockte internationale Firmen zur Ansiedlung. Unter ihnen der Konzern Kühne + Nagel, der mit rund 220.000qm Logistikflächen Duisburg inzwischen zu seinem weltweit größten Standort ausgebaut hat. Zweiter Großkunde ist der japanische Logistik-Dienstleister Yusen Logistics, der seine Anlagen bereits zum vierten Mal erweitert hat. „Auf dem Stahlwerksgelände von einst entstanden rund 4000 Arbeitsplätze, etwa doppelt so viele, wie ein durchrationalisiertes, modernes Stahlwerk wohl heute bieten könnte“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Duisburger Hafen AG, Erich Staake, in einem Beitrag für die „Börsenzeitung“.

Die günstige Lage im mitteleuropäischen Wirtschaftsraum unterstützte die Pläne, den Binnenhafen zum führenden Industrie- und Logistik-Standort in Zentraleuropa zu machen: Im Umkreis von 500 Kilometern lebt ein Drittel aller Verbraucher in der Europäischen Union, rund 150 Millionen Menschen mit erheblicher Kaufkraft. Die duisport-Gruppe entwickelte zwei weitere logport-Flächen und konnte sich im vergangenen Jahr damit den Einstieg in die internationalen Logistikketten der Automobil-Industrie sichern. So konzentrierte die Volkswagen-Tochter Audi ihren Autoteileversand in die Werke in China, Indien und Mexiko in logport II, im rechtsrheinischen Duisburger Süden. Auf 100.000 Quadratmeter Fläche mit einem 53.000 Quadratmeter überdachenden Hallenkomplex werden die von verschiedenen Werken angelieferten Komponenten in Container verpackt und überwiegend per Schiff in die Westhäfen transportiert. Das Transportvolumen von 800.000 Kubikmetern entspricht nach duisport-Berechnungen etwa 13.000 Lkw-Fahrten, die wegen des Schiffstransports entfallen. Auch die Audi-Mutter VW hat sich inzwischen dafür entschieden, einen Export-Hub in Duisburg betreiben zu lassen.

Der Standort duisport empfiehlt sich seinen Kunden bei solchen Projekten mit erheblichen eigenen Leistungen. Beispielsweise übernimmt die Hafen AG teilweise die Investitionen für die Immobilienentwicklung bis hin zum Bau der maßgeschneiderten Gebäude, Einrichtungen und Infrastrukturen. Und sie bringt sich insbesondere als Logistikpartner ein, der maßgeblich das Transportgeschäft etwa in die Seehäfen steuert. „Unser Full-Service-Ansatz, in dem wir maßgeschneiderte Flächen mit flexiblen Transport- und Serviceleistungen zusammenführen, hat einmal mehr überzeugt“, stellte Hafenchef Staake bei der Einweihung des VW-Export-Hubs nicht ohne Stolz fest. Dies sei „ein weiterer Schritt, den Duisburger Hafen zu einem Kompetenzzentrum für die Automobilindustrie zu entwickeln.“

Auch in anderen Branchen ist logistische Infrastruktur stark gefragt. So baut die Benteler-Gruppe für ihre Röhren-Sparte im Duisburger Hafen zurzeit Europas größtes Hochregallager mit 25 Metern Höhe und Platz für 20.000 Tonnen Rohre. Das logport-Konzept beschränkt sich inzwischen nicht nur auf die neue Nutzung von Hafenkais: Beispielsweise beteiligt sich duisport an Projekten wie der neuen Nutzung eines ehemaligen Kohlelagerplatzes in Kamp-Lintfort für logistische Zwecke (logport IV) sowie an dem Joint Venture „tarlog“ mit dem Chemie-Hersteller Rüttgers Germany für die weitere Entwicklung einer Logistikfläche in Castrop-Rauxel.

Infrastruktur-Ausbau der sich lohnt, wie Hafenchef Staake immer wieder betont: Die vielfältigen Aktivitäten in und um die Häfen würden direkt und indirekt über 40.000 Arbeitsplätze in der Region Rhein-Ruhr schaffen und eine Wertschöpfungskette von rund 3 Milliarden Euro begründen.