© Bildnachweis Dominik Butzmann

Mit der Seilbahn über Berliner Gewächse

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Berlin bekommt ein neues Verkehrsmittel: Auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA), die am 13. April kurz vor Ostern im Bezirk Marzahn-Hellersdorf eröffnet wird, verbindet eine Seilbahn das Gelände am neu geschaffenen Kienbergpark mit dem nächsten U-Bahnhof. Die 1,5 Kilometer lange Linie mit einer Beförderungskapazität von 3.000 Personen je Richtung ist auch eine Demonstration für Alternativen urbaner Mobilität.

Vom IGA-Haupteingang am U-Bahnhof „Kienberg – Gärten der Welt" (ehemals: „Neue Grottkauer Straße“) der Linie U 5 steigen die Kabinen mit jeweils maximal zehn Personen in eine Höhe von 25 bis 30 Metern. Sie führen zunächst auf den 102 Meter hohen Gipfel des Kienbergs, in die Nähe des Aussichtsbauwerkes Wolkenhain. Nach einem kurzen Stopp bringt die Seilbahn mit einem energieeffizienten und geräuscharmen Elektroantrieb ihre Fahrgäste weiter in den zentralen Bereich der Gartenausstellung. Die Fahrt eröffnet den Besucherinnen und Besuchern einen Überblick über das IGA-Gelände mit seinen Attraktionen. Nach rund fünf Minuten endet die Panoramafahrt am Blumberger Damm, an der Seilbahnstation „Gärten der Welt“.

Zentrales Eingangstor zur Gartenschau
Rund 2,4 Millionen Besucher werden bis in den Oktober zur IGA erwartet. Rund 45 Prozent – so die Schätzungen des Berliner Nahverkehrsunternehmens BVG – werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Der U-Bahnhof Kienberg, der mit Millionenaufwand modernisiert wurde, soll dabei als zentrales Eingangstor zur Gartenschau fungieren – mit Anschluss an die Seilbahn, die ohne Extra-Ticket mit der Eintrittskarte benutzt werden kann. Für ältere West-Berliner wird es ein Déjà-vu-Erlebnis: Vor 60 Jahren fuhr zur Internationalen Bauausstellung 1957 (IBA) im neu entstandenen Hansaviertel am Rande des Tiergartens ebenfalls eine Seilbahn.

Nach Ende der IGA wird der neue Kienbergpark kostenfrei zugänglich sein. Um diesen ökologisch weiterzuentwickeln, wurde in Zusammenarbeit mit den Berliner Naturschutzverbänden ein langfristiger Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet. Zudem soll der Bereich der Umweltbildung nachhaltig verankert werden. Weiterhin werden dauerhafte Fitness- und Sportangebote für alle Altersgruppen geschaffen. Die Seilbahn soll nach den bisherigen Planungen für zunächst drei Jahre weiter erhalten bleiben, möglicherweise auch länger.

Die Seilbahn als urbanes Verkehrsmittel
Gebaut, betrieben und mit 12 Millionen Euro finanziert wird die IGA-Bahn vom Südtiroler Hersteller Leitner AG aus Sterzing, der weltweit Seilbahnen nicht nur für touristische Aufgaben vermarktet. „Die Seilbahn für die IGA Berlin 2017 ist für uns eine Investition in den Zukunftsmarkt ‚urbane Seilbahnen‘. Die Anlage ist die perfekte Kombination aus touristischer Attraktion und städtischem Verkehrsmittel. Zudem ermöglicht sie es uns, in einer innovativen Metropole wie Berlin mit einem nachhaltigen Mobilitätskonzept Präsenz zu zeigen“, sagte Leitner-Aufsichtsratspräsident Michael Seeber. Die ökologischen, verkehrstechnischen und raumplanerischen Eigenschaften einer Seilbahn seien für eine Stadt sehr interessant. Seilschwebebahnen hätten einen geringen Platzbedarf, könnten in der Luft jedes Hindernis überqueren und sind daher auch zeitsparend. Es gebe keine Kollision mit anderen Verkehrsteilnehmern und es genüge ein Motor, um mehrere Fahrzeuge zu bewegen.

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