Fehmarnbelttunnel: Bauverträge unterzeichnet | Bild: femern.com

Fehmarnbelttunnel: Bauverträge unterzeichnet

Das umstrittene Projekt des Fehmarnbelttunnels zwischen Deutschland und Dänemark im Zuge der „Vogelfluglinie“ ist formal einen Schritt weiter. Ende Mai wurden die vier Hauptbauverträge im Wert von vier Milliarden Euro zwischen den internationalen Baukonsortien und der dänischen Regierung unterzeichnet. Der Baubeginn ist aber weiter völlig offen.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass nach Jahren der Vorbereitung und Ausschreibung die Hauptbauverträge mit den ausgewählten Bauunternehmen jetzt unterzeichnet werden konnten“, erklärte Claus F. Baunkjær, Vorstandsvorsitzender der Planungsgesellschaft Femern A/S. „Nach der Vertragsunterzeichnung können wir unsere gesamte Aufmerksamkeit auf das deutsche Planfeststellungsverfahren richten. Das Vorliegen des deutschen Planfeststellungsbeschlusses ist eine Bedingung, die für den Baustart erfüllt sein muss.“

Klagewelle droht
Doch der Beschluss ist nach deutschen Medienberichten nicht vor 2017 zu erwarten, und selbst dann ist noch nicht damit zu rechnen, dass die Bagger anrollen. Zu erwarten ist erst einmal eine Klagewelle. Den Berichten zufolge rechnet der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Reinhard Meyer nicht vor 2019 mit einem rechtskräftigen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Sollte dies die Planfeststellung nicht akzeptieren, drohen Millionen Entschädigungszahlungen an die Baukonzerne.

In den Baukonsortien für das Projekt des 18 Kilometer langen Eisenbahntunnels zwischen Puttgarden, dem heutigen Fährbahnhof auf der Insel Fehmarn, und dem dänischen Rödbyhavn, sind die deutschen Unternehmen Wayss & Freytag Ingenieurbau AG, Max Bögl Stiftung & Co. KG, HOCHTIEF Solutions und die AG Ed. Züblin AG vertreten. Die Fehmarnbeltquerung könnte nach dem heutigen Planungsstand bis 2028 realisiert sein. Wie „Damit Deutschland vorne bleibt“ auf der Webseite bereits ausführlich berichtet hat, ist auch die deutsche Hinterlandanbindung, der Ausbau der bisherigen Bahnstrecke von Fehmarn entlang der Lübecker Bucht zur leistungsfähigen Güterverkehrsverbindung umstritten. Ein weiteres Problem ist die elegante Fehmarnsundbrücke zwischen dem schleswig-holsteinischen Festland und der Insel, der Experten die erwarteten Verkehrsbelastungen nicht zutrauen. Über einen Neubau gibt es bislang keine Entscheidung.

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