Erste Warnsignale

Erste Warnsignale

Deutschland zählt im internationalen Ranking nach wie vor zu den besten Logistikstandorten weltweit. Das hat der Logistics Performance Index (LPI) 2012 der Weltbank erneut bestätigt. Seinen Platz an der Spitze hat es allerdings eingebüßt.

Noch 2010 kürte die Weltbank Deutschland zum besten Logistikstandort. Zwei Jahre später reichte es dann nur noch für Platz vier hinter Singapur, Hongkong und Finnland. Allerdings liegen andere große Volkswirtschaften wie etwa das Nachbarland Frankreich mit Rang 12 oder die USA mit Rang 9 noch weiter zurück. Mit dem Logistics Performance Index erfasst die Weltbank in regelmäßigen Abständen – 2012, 2010 und 2007 – die Qualität von Logistikstandorten. Die Grundlage bildet dabei die Einschätzung von Praktikern der Branche. Insgesamt 155 Länder wurden untersucht und nach Indikatoren wie Abwicklungseffizienz von Zollabfertigungen, Kompetenz der Logistikdienstleister vor Ort, Einbindung in internationale Logistikketten, Nachverfolgbarkeit von Lieferungen, Pünktlichkeit von Lieferungen und eben die Qualität der Infrastruktur bewertet.

Einbußen bei Paradedisziplin
Lag hier das Ergebnis 2010 noch bei 4,34 von fünf möglichen Punkten, so erhielt Deutschland in dem aktuellen LPI 4,26 Punkte für seine Infrastruktur. Auch bei den übrigen Indikatoren hat es Einbußen hinnehmen müssen. Lediglich beim Indikator „International shipments“ gab es leichte Zuwächse. Insgesamt lag die durchschnittliche Bewertung bei 4,03 Punkten. Zum Vergleich: der Erstplatzierte, Singapur, kam auf 4,13 Punkte. Mag sich die Benotung auch nur marginal verschlechtert haben, wertet das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln das Ergebnis doch als deutliches Warnsignal. So hätten Konkurrenten offenbar ihre Hausaufgaben gemacht und die Bedingungen für den internationalen Güterverkehr deutlich verbessert. In Deutschland seien dagegen die Probleme in der bisherigen Paradedisziplin Infrastruktur nicht zu übersehen.

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