Chemiekonzern will Güterwagen leiser machen

Chemiekonzern will Güterwagen leiser machen

Gemeinsam mit dem großen Waggonvermieter und Schienenlogistiker VTG will der Chemiekonzern Evonik als eines der ersten Unternehmen der verladenden Wirtschaft einen Beitrag zu leiserem Güterverkehr auf der Bahn leisten.

In einem Pilotprojekt sollen, wie die beiden Unternehmen mitteilten, vorerst zwar nur zwölf Spezial-Güterwagen älterer Bauarten mit neuen „Flüsterbremsen“ mit Bremsbelägen aus Kunststoff ausgestattet werden. Hierbei handele es sich zunächst um eine Testphase für eine spätere Umrüstung von Waggons im größeren Umfang. Angestrebt sei eine Halbierung des Schienenverkehrslärms.

Bei den bisher üblichen Bremsklötzen aus Grauguss werden die Radlaufflächen bei jedem Bremsvorgang mehr und mehr aufgeraut. Und diese kleinen Unebenheiten verursachen unangenehme Akustik: ein lautes Rollgeräusch, das die Anwohner an Bahnstrecken nachts aus dem Schlaf reißt. Die bei den Flüsterbremsen verwendeten Kunststoff-Sohlen beeinträchtigen die Räder dagegen nicht. Mit dem Erfolg, dass der Schienenverkehrslärm spürbar zurückgehen kann, wenn alle Güterwagen leise geworden sind.

Die VTG setzt bei allen seit 2005 in Betrieb genommenen Güterwagen bereits auf die neue umweltschonende Bremstechnik und hat so schon 20 Prozent ihrer 50.000 Waggons zählenden Flotte leiser gemacht. Bis 2020 will auch die Deutsche Bahn 60.000 Güterwagen mit Flüsterbremsen ausstatten. Sie rechnet mit Umrüstungskosten von etwa 100 Millionen Euro, die teilweise vom Bund übernommen werden. Nicht ohne Grund: Ab 2020 sollen auf dem deutschen Netz nur noch leise Güterwagen rollen dürfen.