Bildnachweis: © Deutsche Bahn AG Volker Emersleben

Bahn-Güterverkehr verliert weltweit Geschäft

Der Schienengüterverkehr sank erstmals seit der Finanzkrise im Jahr 2015 weltweit um 4,4 Prozent und hat sich wohl auch im Jahr 2016 weiter verringert. Das beschreibt eine aktuelle Studie der Bahn-Beratungsfirma SCI Verkehr. Viel Mühe hat auch die kriselnde DB Cargo, während die Nachbarn in der Schweiz sich wieder berappeln. In globaler Sicht soll es ab 2018 wieder aufwärts gehen.

Die Studie „Rail Transport Markets – Global Market Trends 2016-2025“ führt den Rückgang vor allem auf die geringe Nachfrage in großen Märkten wie China oder den USA zurück und rechnet mit weiteren negativen Entwicklungen bis ins Jahr 2017. Ursache sei der nachlassende Transport von Kohle und Stahl aufgrund einer abgeschwächten Produktionstätigkeit sowie der Rückgang des internationalen Handelswachstums. „Es ist zu befürchten, dass die Transportnachfrage angesichts des wachsenden Protektionismus in verschiedenen Teilen der Welt negativ beeinflusst wird“, heißt es weiter.

Wandel beim Energiemix beeinflusst Transportnachfrage
In Nordamerika hat der Kohletransport durch einen Wandel des Energiemix deutlich abgenommen. Das intensive Fracking in den USA habe auf dem Transportmarkt in den letzten Jahren zu einer Sonderkonjunktur geführt, die jedoch den Rückgang der Nachfrage am Kohlemarkt nicht vollständig kompensieren konnte, bilanziert die Studie. Mit dem sinkenden Ölpreisniveau verliere die Transportnachfrage nach Erdöl aktuell an Dynamik und werde langfristig durch den Bau von Pipelines weiter negativ beeinflusst werden.

Asien wird vom chinesischen Transportmarkt dominiert, der aber im Bereich des Schienengüterverkehrs schrumpft. Ursachen dafür seien steigende Tarife im Schienengüterverkehr in den letzten Jahren und der parallele Ausbau der Straßeninfrastruktur mit Autobahnen. Allerdings könnten die jüngsten chinesischen Bestrebungen, die Luftqualität nachhaltig zu verbessern, zu einer Verschiebung des Modal Split zugunsten der umweltfreundlicheren Schiene führen.


DB Cargo auf Talfahrt
Auf Talfahrt befindet sich weiterhin auch DB Cargo, die Güterverkehrstochter der Deutschen Bahn. Die Verkehrsleistung im Schienengüterverkehr ging um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 94,7 Milliarden Tonnenkilometer (tkm) zurück. Die Menge der transportierten Güter schrumpfte sogar um 7,6 Prozent, nachdem es im Vorjahr bereits einen Rückgang um 6 Prozent gegeben hatte. Kommentar des Fachmagazins „Verkehrsrundschau“: „2010 hatte der Konzern noch 415,4 Millionen Tonnen transportiert. Das Unternehmen hat seit dem also kräftig verloren, und das, obwohl die Gütermengen in Deutschland seit 2010 gestiegen sind.“ Und abermals macht die Sparte mit 81 Millionen Euro einen erheblichen Verlust.

Etwas besser stehen die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) da: Mit 1 Millionen Schweizer Franken (CHF) wurde mühsam ein positives Ergebnis erzielt, nach einem Verlust von 22 Millionen CHF im Vorjahr. Mit 16,5 Milliarden tkm seien ein Plus von 9,9 Prozent und ein Rekordwert erzielt worden – dank des Wachstums bei SBB Cargo International.

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