Bildnachweis © Deutsche Bahn AG | Frank Kniestedt

Aktionspläne für leise Bahn

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA), kraft Gesetz Wächter über den Schienenverkehrslärm, hat den ersten Teil eines bundesweiten „Lärmaktionsplanes” mit Zielen und Maßnahmen zur Lärmminderung an den Bahnstrecken vorgelegt. Entstanden ist das umfangreiche Werk mit detaillierten Angaben zu den Schall-Emissionen und unter intensiver Beteiligung der Öffentlichkeit. Das EBA weist darauf hin, dass es sich um einen Pilot-Plan handele, der Basis für künftige regelmäßige Erhebungen sein soll.

In die Zuständigkeit der Behörde fällt die Aufstellung des bundesweiten Lärmaktionsplans für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes und weiterhin eine Mitwirkung beim Lärmschutz in den Ballungsräumen. Dem Pilot-„Plan A” soll im Laufe des Jahres der „Plan B” folgen, der nach einer jetzt beginnenden erneuten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung erstellt werden soll. Basis für die Untersuchungen ist laut Bundesimmissionsschutzgesetz eine umfassende Lärmkartierung entlang der Bahnstrecken, die der im Januar publizierte Plan für mehr als 1.500 Städte und Gemeinden – außerhalb der Ballungsgebiete und Großstädte – von A wie Achern bis Z wie Zwingenberg dezidiert und differenziert in verschiedene Pegelklassen unterschiedlicher Lärm-Intensität vornimmt.

Erstmals wurden in den Plan auch die Empfindungen der Anwohner aufgenommen: Es habe, so das EBA, 38.000 Beteiligungen der Öffentlichkeit gegeben. Dafür war eigens ein Fragenkatalog entwickelt worden, der mit einer Auswahl vorgegebener Antworten die subjektiven Eindrücke der Betroffenen zu katalogisieren versucht. „Somit steht erstmalig eine bundesweite Bewertung der Belastung von Anwohnern an Haupteisenbahnstrecken des Bundes zur Verfügung, die sowohl die rechnerischen Ergebnisse der Lärmkartierung als auch die subjektive Bewertung der Lärmsituation durch die Öffentlichkeit beeinhaltet,” heißt es im Lärmaktionsplan.

Durch den Plan sollen in den Streifen entlang der Bahnstrecken, die sich als besonders belastet herausgestellt haben, Lärmauswirkungen geregelt und ruhige Gebiete vor mehr Lärm geschützt werden. Das über 200 Seiten starke Gutachten beschreibt dafür auch ausführlich bisher schon vorgenommene bzw. geplante Schritte der Lärmsanierung, insbesondere durch Schallschutzmaßnahmen in den Wohnungen und Häusern der betroffenen Anlieger, Lärmschutzwände und die technischen Entwicklungen zur Reduzierung des Schalls an den Quellen. Die Ergebnisse der Lärmaktionsplanung würden den Entscheidungsträgern für die Lärmsanierung beim Bund, der Deutschen Bahn und den Kommunen zur Verfügung gestellt. Der Plan sei „damit ein transparentes Instrument für weitere Planungen des Lärmsanierungsprogrammes des Bundes und für die Flächennutzungs- und Bauleitplanung der Kommunen.” Von diesem Jahr an will das EBA nach Abschluss der Pilotphase die Lärmaktionsplanung regelmäßig weiterführen und im Fünf-Jahres-Rhythmus überarbeiten.

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