Aus der Steinzeit in die digitale Zukunft | Bildnachweis: © Messe München, Christian Hartlmaier / Klimaneutral mit Bussen und Bahnen | Bildnachweis: © Stadtwerke Bonn, Autor Stefanie Schwarz

Aus der Steinzeit in die digitale Zukunft

Die Lage des Schienengüterverkehrs ist aus der Sicht der Logistikbranche ernst, aber nicht hoffnungslos. Die Potenziale der digitalen Transformation könnten dem Verkehrsträger positive Impulse geben. Das ist zumindest ein Eindruck von der Fachmesse transport logistic Mitte Mai in München.

Automatisch auf der letzten Meile | Bildnachweis: © basf.com, Claudia Schäfer

Automatisch auf der letzten Meile

Der Lkw fährt beim Verlader und beim Empfänger direkt bis auf den Hof. Im Schienengüterverkehr sind die erste und die letzte Meile die Kostentreiber, die nicht selten die Bahn aus dem Wettbewerb boxen. Der Chemiekonzern BASF, selbst Eisenbahnverkehrsunternehmen, stellte auf der transport logistic seine innovative Problemlösung vor: das Automatic Guided Vehicle.

Bildnachweis Aufmacher: © DLR, Stadtwerke Bonn (SWB) / Martin Magunia | Bildnachweis Artikel: © DLR

Schienengüterverkehr: Digital den LKW überholen

Güterzüge im ICE-Tempo, Waggons, die mit eigenen Antrieben autonom Zugbildung und -trennung vornehmen und einzeln die letzte Meile fahren: So könnte die Zukunft des Schienengüterverkehrs aussehen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat jetzt dafür ein Konzept vorgestellt – den „Next Generation Train Cargo“. Die vom Siegeszug des Lkw und niedrigen Margen gebeutelte Branche versucht derweil erst einmal, das bestehende System mit Digitalisierung besser zu machen.

Bildnachweis: © Deutsche Bahn AG Volker Emersleben

Bahn-Güterverkehr verliert weltweit Geschäft

Der Schienengüterverkehr sank erstmals seit der Finanzkrise im Jahr 2015 weltweit um 4,4 Prozent und hat sich wohl auch im Jahr 2016 weiter verringert. Das beschreibt eine aktuelle Studie der Bahn-Beratungsfirma SCI Verkehr. Viel Mühe hat auch die kriselnde DB Cargo, während die Nachbarn in der Schweiz sich wieder berappeln. In globaler Sicht soll es ab 2018 wieder aufwärts gehen.

© Bildnachweis Deutsche Bahn AG | Wolfgang Klee

Bund investiert weiter in Schienen-güterverkehr

Mehr Gleisanschlüsse, mehr Umschlagterminals, mehr Seehafenhinterlandverkehr auf der Schiene: Dafür hat die Politik in den ersten Januartagen des neuen Jahres mit Finanzierungszusagen erste Weichen gestellt. Die Branche begrüßt die neu gewonnene Planungssicherheit für Investitionen in die Bahn-Infrastruktur.

Containerzüge ab Brauerei zum Hamburger Hafen

Containerzüge ab Brauerei zum Hamburger Hafen

Die Warsteiner Brauerei im gleichnamigen Städtchen im Sauerland baut ihre Schienenlogistik aus und öffnet gemeinsam mit einem Speditionspartner ihre Zugkapazitäten für Container-Transporte aus der Region zum Hafen Hamburg. Partnerbahn ist die Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE).

Bildnachweis: AlpTransit Gotthard AG

Gotthard und Brenner: Im Basistunnel flach durch den Berg

Ein Bauwerk der Superlative: Zwei Tunnel, beide 57 Kilometer lang, durchqueren den Alpen-Hauptkamm und das Gotthard-Massiv bis zu 2.300 Meter tief unter den Berggipfeln – das ist nicht nur der längste, sondern auch der tiefste Eisenbahntunnel der Welt. Nach den Eröffnungsfeiern beginnt der Testbetrieb der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Ab Fahrplanwechsel im Dezember ist der reguläre Betrieb geplant. Rekordverdächtig ist auch der Brenner-Basistunnel, doch mit „nur“ 55 Kilometern wird er knapp kürzer sein als das Gotthard-Bauwerk.

Bildnachweis: Deutsche Bahn AG

Internationale Vernetzung der Basistunnel durch Zulaufstrecken

Der Bau der beiden Alpen-Basistunnel Gotthard und Brenner wird der europäischen Schieneninfrastruktur erhebliche Impulse bringen – jedenfalls dann, wenn die Zulaufstrecken im Norden und Süden für den erwarteten Mehrverkehr ausgebaut sind. Im Norden betrifft das überwiegend das deutsche Bahn-Netz, insbesondere die Rheintalstrecke Basel – Karlsruhe und die Strecken in Südbayern, mit Wirkungen deutschlandweit bis zu den Seehäfen.

Bildnachweis: Deutsche Bahn AG

Digitales Bauen: Tunnel-Einblicke in fünf Dimensionen

Bauen ohne ärgerliche Zeitverzögerungen und extreme Kostensteigerungen – das will das Bundesverkehrsministerium bei großen Infrastrukturprojekten zur Regel machen. Mit digitalen Arbeitsmethoden soll Planen und Bauen deutlich effizienter werden. Alle Schritte von der Projektplanung über die Genehmigung, Ausführung und Inbetriebnahme bis zum Betrieb des Bauwerks werden mithilfe eines Datenpools für alle am Bau Beteiligten transparent und nachvollziehbar gemacht. Eines der ersten Pilotprojekte für das „Building Information Modeling“ (BIM) im Infrastrukturbereich ist der Rohbau des Tunnels Rastatt im Zuge der Neu- und Ausbaustrecke Karlsruhe – Basel.

Projektbeirat stellt Weichen für Rheintalbahn

Projektbeirat stellt Weichen für Rheintalbahn

Die Beteiligten sprechen von einer „historischen Entscheidung“: Im Projektbeirat für den Ausbau der Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel wurde nach jahrelangen Auseinandersetzungen um wesentliche Abschnitte der Trasse eine Einigung auf einen „umwelt- und menschenfreundlichen Streckenverlauf“ erzielt.

Infrastruktur aktuellEuropas größter Rangierbahnhof: In Maschen über den Berg

Europas größter Rangierbahnhof: In Maschen über den Berg

Hamburgs größter Bahnhof liegt gar nicht in der Hansestadt, sondern vor ihren Toren im nördlichen Niedersachsen: Es ist der Rangierbahnhof in Maschen, der mit Millionenaufwand von Grund auf modernisiert wurde. Er ist Europas größte Güterzug-Drehscheibe überwiegend für den Seehafen-Hinterlandverkehr der deutschen Nordseehäfen. Bis zu 4000 Waggons werden in der Anlage pro Tag zu Zügen zusammengestellt.

Im Infomobil wird Lärmschutz hörbar

Im Infomobil wird Lärmschutz hörbar

Die Deutsche Bahn eröffnet gemeinsam mit der Infrastruktur-Initiative „Damit Deutschland vorne bleibt“ einen neuen interaktiven Dialog und geht mit dem Thema Schienenlärm aktiv auf die Bürger zu: Im neuen „Infomobil Lärmschutz“ wird nicht nur die Geräuschkulisse vorbeifahrender Züge erlebbar, sondern dank komplexer Hochtechnologie wird auch hörbar, wie unterschiedliche Schallschutzmaßnahmen den Pegel deutlich senken können.

„Güter auf die Schiene“ – oft nur ein frommer Wunsch

„Güter auf die Schiene“ – oft nur ein frommer Wunsch

Güter gehören auf die Schiene – kaum eine politische Sonntagsrede verzichtet auf diese Forderung. Doch europaweit waren die Bahnen im harten Wettbewerb der Transporteure und der außerhalb Deutschlands flauen Konjunktur zuletzt weit davon entfernt, im großen Umfang Frachtaufkommen zu gewinnen. Im laufenden Jahr könnte sich das in kleinen Schritten ändern.

Chemiekonzern will Güterwagen leiser machen

Chemiekonzern will Güterwagen leiser machen

Gemeinsam mit dem großen Waggonvermieter und Schienenlogistiker VTG will der Chemiekonzern Evonik als eines der ersten Unternehmen der verladenden Wirtschaft einen Beitrag zu leiserem Güterverkehr auf der Bahn leisten.

Sanierungsbedürftige Bahnbrücken

Nicht nur auf den Bundesfernstraßen sind viele Brücken marode. Auch bei zahlreichen Überführungen in der Zuständigkeit der Deutschen Bahn (DB) gibt es Probleme. Laut Bahnchef Rüdiger Grube sind rund 1.400 Bahnbrücken in Deutschland sanierungsbedürftig.

Weniger Lärm auf der Schiene

Weniger Lärm auf der Schiene

Der Bund will den Schienenlärm bis 2020 halbieren, denn immer mehr Menschen fühlen sich von den lauten Güterzügen erheblich gestört oder sogar gesundheitlich beeinträchtigt. Neben passiven Maßnahmen wie Schallschutzwänden soll der Lärm vor allem an der Quelle bekämpft werden, dem Fahrzeug selbst.

1.000.000

gesunde Lebensjahre pro Jahr verlieren Bürger in den westlichen EU-Ländern durch Verkehrslärm. Diese Zahl legte das WHO-Regionalbüros für Europa in seinem ersten Bericht zur Abschätzung der Krankheitslast durch Umgebungslärm vor.

Lärmschutz ohne Schienenbonus

Lärmschutz ohne Schienenbonus

Der Schienenbonus fällt zum 1. Januar 2015. Darauf hat sich ein gemeinsames Gremium von Bundesrat und Bundestag geeinigt. Für künftige Schienenbauprojekte hat die Entscheidung Folgen: Einerseits werden die Projektkosten steigen, andererseits gewinnen Forschungsprojekte zur Lärmminderung an der Quelle dadurch an Aufwind.

Quo vadis, Güterverkehr?

Interview: Quo vadis, Güterverkehr?

Der Güterverkehr ist Deutschland nimmt rasant zu. Im Interview erklärt der Logistikexperte Professor Dr. Uwe Clausen, wo die Entwicklung hingeht und welche Chancen Schiene und Wasserstraße angesichts überfüllter Straßen bieten.

Zukunftsmusik Leiser Verkehr?

Zukunftsmusik Leiser Verkehr?

Flüsterasphalt auf der Autobahn, leise Züge auf leisen Gleisen oder Lärmschutzwände mit Solarbetrieb: Die Forschung zum leisen Verkehr hat verschiedene Innovationen hervorgebracht, die Mobilität mit weniger Lärm möglich machen. Doch Lärmschutz ist kein Thema für schnelle Erfolge, meint Professor Dr. Heinrich Weyer, Leiter des Forschungsverbunds Leiser Verkehr beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

4,3 Milliarden

Im Jahr 2012 wurden laut dem Statistischen Bundesamt insgesamt rund 4,3 Milliarden Tonnen an Gütern in Deutschland transportiert.

Ohne Infrastruktur keine Logistik

Ohne Infrastruktur keine Logistik

Die Logistik gilt als einer der Wachstumstreiber in Deutschland. Mit Blick auf Umsatz- und Beschäftigtenzahlen zählt sie zu den stärksten Wirtschaftsbereichen. Allerdings ist diese Position laut Experten nicht ungefährdet. Vor allem Investitionen in die Infrastruktur werden angemahnt.