Leipziger City-Tunnel: Neue Lebensader für Mitteldeutschland

Leipziger City-Tunnel: Neue Lebensader für Mitteldeutschland

Erste Überlegungen für das Projekt liegen gut hundert Jahre zurück, nun wurde es in sieben Jahren Bauzeit realisiert: Der 1,4 Kilometer lange City-Tunnel unter der Leipziger Innenstadt verbindet den Leipziger Hauptbahnhof mit dem Bayerischen Bahnhof im Süden des Stadtzentrums. Mit vier unterirdischen Haltepunkten ist der Tunnel die Lebensader der neuen „S-Bahn Mitteldeutschland“.

Mit der Inbetriebnahme des City-Tunnels wurde der Schienennahverkehr in Mitteldeutschland komplett neu strukturiert. Sechs S-Bahnlinien, gefahren mit nagelneuen, eleganten, in Silbergrau gehaltenen „Talent 2“-Triebzügen bedienen über 100 Haltepunkte in einem 430 Kilometer langen Streckennetz. Alle Bahnen passieren auf ihren Linien den City-Tunnel, der für jede Fahrtrichtung eine Röhre hat. Sie schaffen so für viele Menschen schnelle, direkte Verbindungen in die Messestadt Leipzig und zurück, mit Reisezeiten, die um bis zu 40 Minuten kürzer sind.

„Ein Traum wird wahr“, titelte die „Leipziger Volkszeitung“ zur Eröffnung und erklärte ihren Lesern:  „Keine Frage, dass damit das Verkehrsmittel Nahverkehrszug im Alltag der Leipziger und der Bewohner der Region einen ganz neuen Stellenwert erhalten wird.“  Die Deutsche Bahn, die vom Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig mit der Betriebsführung der S-Bahn Mitteldeutschland beauftragt wurde, erhofft sich in den nächsten Jahren bis zu 30 Prozent mehr Fahrgäste.

Zur Attraktivität der neuen, feinen Schieneninfrastruktur tragen die nach Architektenwettbewerben gestalteten Tunnel-Haltepunkte bei. An der großzügig dimensionierten Haltestelle „Markt“ beispielsweise ist man gleich mitten drin in der geschäftigen City: Die Kneipenmeile und die Einkaufspassagen sind nur Rolltreppen-Längen entfernt, und Sehenswürdigkeiten wie „Auerbachs Keller“ und die berühmte Thomas-Kirche sind mit ein paar Schritten bequem erreicht.

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